ReviewAlbum

Band
CANDLEMASS 
Kategorie
Album 
Heft
RH #132 
Titel
Dactylis Glomerata 
Note
8.0 

Mit den CANDLEMASS, die Ende der Achtziger mit "Epicus, Doomicus, Metallicus", "Nightfall", "Ancient Dreams" und "Tales Of Creation" vier absolute Doom Metal-Klassiker veröffentlichten, bevor sich die Combo nach dem Ausstieg von Frontmann Messiah Marcolin (nun Memento Mori) mit dem schwachen "Chapter VI"-Album ihr eigenes Grab schaufelte (sorry, Buffo, aber speziell diese Scheibe ist ein reichlich unterschätzter Klassiker... - mb), hat diese Formation nicht mehr viel gemein. So zählt mit dem ehemaligen Bandleader Leif Edling (b.) nur noch ein Mucker der Originalbesetzung zum aktuellen Line-up der Schweden, weshalb "Dactylis Glomerata" ursprünglich als Zweitwerk von Leifs Nachfolgeprojekt Abstrakt Algebra deklariert werden sollte. Daß die Scheibe nun doch mit dem Logo von CANDLEMASS versehen wurde, hat wohl primär was mit marketing- und promotiontechnischen Überlegungen und nur sekundär mit dem überraschend doomigen Charakter des Rundlings zu tun. Zumal man sich trotz des hohen Doom-Faktors nur höchst selten an alte CANDLEMASS-Zeiten erinnert fühlt. Dafür fehlt der Stimme von Sänger Björn Flodqvist das theatralische Element, das die Vocals von Messiah seit jeher auszeichnet. Aber auch in puncto Sound unterscheidet sich "Dactylis Glomerata" ganz entschieden von Scheiben wie "Nightfall" oder "Tales Of Creation", die besonders durch ihre hymnenhaften, epischen Arrangements glänzten. So klingt die Band anno '98 phasenweise ziemlich abgefahren und spacig ('Dustflow', 'Abstrakt Sun', 'Apathy', Lidocain God'), was sicher bis zu einem gewissen Grad auch an dem ehemaligen Carcass-Riffmaster Mike Amott (Spiritual Beggars & Arch Enemy) liegt, der Mr.Edling im Studio tatkräftig unter die Arme griff, während die restlichen Tracks ein wenig an klassischen Doom ('Wiz', 'I Still See Black', 'Karthago') der Marke Vitus, Obsessed & Co. erinnern. Anspieltips: der straighte Uptempo-Doomer 'Wiz', das tonnenschwere 'I Still See Black' und die monumentale, ein wenig an David Bowie (!) erinnernde Spacerock-Ballade 'Dustflow', die es auf eine Spielzeit von mehr als neun Minuten bringt.


Uwe "Buffo" Schnädelbach 8.0

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