ReviewAlbum

Band
FORESEEN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #360 
Titel
Grave Danger 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
4.0 

PLUS-MINUS
Svart/Cargo (28:29)
Diese Finnen garnieren ursprünglichen Bay-Area-Thrash mit sozialkritischen Kommentaren, Erinnerungen an die frühen Death Angel werden wach. Was zunächst verheißungsvoll klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mogelpackung. Während Cavestany & Co. jede freie Minute im Proberaum verbrachten und schon als Teenager wie die Irren auf dem Sofa übten, um zur ultimativen Perfektion zu gelangen, stolpern sich FORESEEN eher grenzwertig durch „Grave Danger“, als spiele man ständig am Limit das persönlich Machbaren. Das gilt vor allem für die gekeiften, völlig unmelodischen und nicht immer im Timing befindlichen Vocals, die keinerlei Akzente setzen. Dementsprechend mager wirkt dann das Songwriting. Bis auf ein paar gekonnt wilde Gitarrenpassagen hinterlässt das Album bei mir keinen bleibenden Eindruck. Man könnte auch sagen: überflüssig.
Holger Stratmann
4

Unser Chef auf der falschen Fährte? Mit Death Angels Edel-Thrash (selbst in deren Frühphase) haben FORESEEN wenig zu tun. Schon „Helsinki Savagery“ war ein explosives Gemisch aus Crossover-Thrash und galligem skandinavischem Hardcore, der teilweise in Grind-Gefilde überschwappte, und „Grave Danger“ reißt die hohe Messlatte nicht. Die Finnen garnieren das Ganze verstärkt mit erdrückenden Midtempo-Parts, auch wenn der atemlose Eindruck, den sie machen (einige Stücke gehen quasi ineinander über), am Ende überwiegt. Dabei kristallisieren sich mehrere potenzielle Hits heraus, einige sogar mit ruppig-eleganten Mini-Soli der Marke „Finger auf den zwölften Bund und los“, während Napalm Deaths Barney auf Frontmann Mirko stolz sein dürfte. Kein raffiniertes Werk, aber eine der ersten Abrissbirnen des Jahres mit Langzeitwirkung.
Andreas Schiffmann
8


Holger Stratmann und Andreas Schiffmann 4.0

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