ReviewAlbum

Band
APRON 
Kategorie
Album 
Heft
RH #359 
Titel
Auf dem Ponyhof 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
7.5 

Laute Helden/SPV (51:23)
Es ist keine leichte Kost, die APRON auf ihrem dritten Longplayer präsentieren. „Auf dem Ponyhof“ benötigt einige Durchläufe, bis man die satirische Note erkannt und den wilden Genre-Mix in den eigenen Synapsen geordnet hat. Alternative Rock, Pop, Hardcore, aber auch HipHop und Reggae verbraten die Münchner in ihrem Sound zu einem leicht an die Neunziger erinnernden Crossover-Mix, der sich überwiegend im energiegeladenen Mid- bis Uptempo-Bereich abspielt. Hartes Riffing, kantige Rhythmen und rabatziger Gesang dominieren die Platte, die gesellschaftliche Missstände anspricht, Sozialkritik übt, aber manchmal auch in persönliche Gefilde driftet. Dabei werkeln APRON nie ohne ihren eigenwilligen Humor, am besten zu erfassen im einzigen entspannten Stück auf der Platte, ´Alice D.´, einer Lagerfeuer-Akustiknummer, die mit Western-Gitarre daherkommt und auch von Bela B. sein könnte. In wilderen Momenten fühlt man sich bei den chaotischen Anarcho-Vocals an Deichkind erinnert oder findet Querverbindungen zu Hämatom und den Apokalyptischen Reitern. Das süddeutsche Quartett ist härter, schneller und vielfältiger als auf seinen bisherigen Alben. Das macht „Auf dem Ponyhof“ sowohl anstrengender als auch lebendiger. In jedem Fall ist die Scheibe eine wüste Achterbahnfahrt durch zum Teil zu durchschnittlich ausgefallene Kompositionen, die sich jedoch in einem unterhaltsamen Gesamtgebilde befinden.


Conny Schiffbauer 7.5

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