ReviewDynamit

Band
GHOST 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #369 
Titel
Ceremony And Devotion 
Erscheinungsjahr
2018 
Note

Loma Vista/Universal (81:41)
Livealben interessieren heutzutage, wo ja schon Dreijährige in der Kita die letzte Lochis-Show auf Papas ollem iPhone gruppenstreamen, bekanntlich keine Sau mehr, aber bei ´nem On-stage-Mitschnitt von GHOST wird man dann doch ein bisschen fickerig. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Schweden, also Tobias Forge und ein paar austauschbare Spießgesellen halt, die vielleicht beste Band der Welt sind - und im Grunde auch so was wie ´ne modernere Version von Kiss, wobei Forge wohl von Anfang an keinen richtigen Bock darauf hatte, hundert Jahre lang irgendwelche Ace Frehleys und Peter Crisses durchzuschleppen. „Ceremony And Devotion“ jedenfalls geht mit seinen 17 smart und nicht allzu „klinisch“ in der ehemaligen Hippie-Hochburg San Francisco aufgenommenen Hits (selbst ´Spöksonat´ pfeift man als Die-hard ja willenlos mit!) problemlos als GHOSTs „Alive!“ durch und zeigt gebündelt einmal mehr, nee: mehr denn je die songwriterische Genialität von Papa Emeritus & Co., die sich mittlerweile irgendwo zwischen tendenziell kaputten Abba, herübergeretteten Beach Boys („Pet Sounds“, ihr Ungläubigen!) sowie verrockten Mercyful Fate eingependelt hat und nach wie vor ohne jede Konkurrenz ist. Und ich gehe sogar noch weiter: Wer ´Square Hammer´, ´Elizabeth´, ´Cirice´, ´He Is´, ´Ritual´ und ´Monstrance Clock´ in der Setlist hat, wollte ´Deuce´, ´Strutter´, ´Parasite´, ´Black Diamond´, ´Cold Gin´ und ´Rock And Roll All Nite´ noch nicht mal geschenkt! (Jetzt habe ich es mir mit Jaedike echt verschissen.) Egal: GHOST for Pope, GHOST for President! <3


Boris Kaiser

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