ReviewDynamit

Band
ATTIC 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #364 
Titel
Sanctimonious 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.0 

Ván/Soulfood (64:04)
Was soll´s, hauen wir direkt mal einen raus: „Sanctimonious“ ist das beste, nun ja, King-Diamond-Album seit „The Eye“! Keine Ahnung, ob Katte & Co. das jetzt doof finden, weil: immer diese blöden Vergleiche mit Kim Bendix Petersen und/oder Mercyful Fate. Sie sollten es so oder so aber einfach als riesengroßes Kompliment verstehen, denn das zweite ATTIC-Album nach der durchaus beeindruckenden Visitenkarte „The Invocation“ von - ist das echt schon so lange her? - 2012 stellt einen weiteren großen Schritt nach vorne dar, die Ruhrpottler klingen nicht mehr wie ´ne typische ambitionierte Underground-Band (wogegen per se natürlich überhaupt nichts zu sagen ist), sondern spielen nun auch international in der ersten Liga. Bereits der Anfang mit dem dramatisch-sakralen Intro ´Iudicium Dei´ und dem Titeltrack, der nach wenigen Sekunden mit einem genialen Gemisch aus Blastbeats (!) und hochmelodischen Gitarren überrascht, um dann in den Gesang überzugehen, setzt in diesem Bereich zumindest aktuell Maßstäbe, das in der nächsten guten Stunde Folgende, der Midtempo-Knaller ´A Serpent In The Pulpit´, die kleinen Hits ´Sinless´ (mit diversen Maiden-Harmonien) und ´The Hound Of Heaven´ oder das in moderner Black-Metal-Art verwirrend arrangierte ´Penalized´ (inklusive Running-Wild-Riff), hält dieses Niveau über weite Strecken bewundernswert. Besonders toll ist zudem die in dieser Ausprägung noch nicht gekannte Judas-Priest-Schlagseite der Band vor allem im Sinne von „Sad Wings Of Destiny“ bis „Killing Machine“ (oder halt „Unleashed In The East“), die schon im Refrain des knapp achtminütigen ´Die Engelmacherin´ auffällig ist und im zurückhaltenden, diabolischen ´Dark Hosanna´ letztlich in voller Blüte steht.
Eine Diskussion über den Titel des ausführlichen Abschlusses ´There Is No God´ wäre bestimmt hochinteressant. Eine Diskussion über die generelle Güte von „Sanctimonious“ erübrigt sich dagegen: Der neue ATTIC-Dreher ist schließlich das beste, nun ja, King-Diamond-Album seit „The Eye“!


Boris Kaiser 9.0

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