ReviewDynamit

Band
SKYCLAD 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #360 
Titel
Forward Into The Past 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Listenable/Edel (43:33)
„One step forward, two steps back“ sangen SKYCLAD auf ihrem Debüt-Track ´The Widdershins Jig´ und beschreiben damit 27 Jahre später recht passend den Sound ihres 13. Studioalbums „Forward Into The Past“. Zwar schuf man schon mit dem Vorgängeralbum „In The... All Together“ eine moderne Version des 1994 erschienenen „Prince Of The Poverty Line“, mit ihrem neuesten Werk wagen die Briten aber noch einen Blick weiter zurück in die eigene Vergangenheit. Die Songs auf „Forward Into The Past“ sind von Elementen der Neunziger-Alben „A Burnt Offering For The Bone Idol“, „Jonah´s Ark“ und „Silent Whales Of Lunar Sea“ durchzogen, zudem fällt der Sound wesentlich rauer aus, was ebenfalls an den naiven Charme der ersten SKYCLAD-Jahre erinnert. Zu Teilen ist die Rückbesinnung auf die Wurzeln der Truppe auf den Wiedereinstieg von Leadgitarrist Dave Pugh zurückzuführen, aber auch die Hauptsongwriter Steve Ramsey (g.) und Kevin Ridley (v./g.) ließen sich von einer Reihe Jubiläumsshows zu einer Werkschau anstacheln. „One step forward“ geht es aber durch die Einbindung typischer Ridley-Tracks wie ´Words Fail Me´ und ´Borderline´. Egal, ob die Band sich an einem Thrash-Brett wie ´State Of The Union Now´ oder dem orientalisch angehauchten ´Last Summer´s Rain´ versucht: Mit Ausnahme des im Refrain schwächelnden ´Starstruck?´ beherrscht das Sextett immer noch ein erstklassiges Songwriting, das weder formelhaft noch verkopft ausfällt, sondern am laufenden Meter tolle Melodien abwirft. Was diesem Album aber fehlt, ist ein ´Thinking Allowed´, ein ´Spinning Jenny´, ein ´Penny Dreadful´, sprich: der große Hit unter einem Haufen guter Songs. Dennoch sollten alle Fans, die die Band seit dem im Jahre 2000 vollzogenen Sängerwechsel aus den Augen verloren haben, SKYCLAD wieder ihre Aufmerksamkeit schenken. Es lohnt sich!


Ronny Bittner 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG