ReviewDynamit

Band
GHOST 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #340 
Titel
Meliora 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
9.0 

Spinefarm/Universal (41:36)
„You are cast out from the heavens to the ground“ - alleine diese gesungene ´From The Pinnacle To The Pit´-Zeile reicht mit ihrer GÖTTLICHEN Melodyline für einen „Meliora“-Kauf aus, aber mit dieser simplen Feststellung wird man die 2,5 Millionen GHOST-Hater, die es unverständlicherweise immer noch gibt, nicht überzeugen, also genauer: „Opus Eponymous“ (2010) und „Infestissumam“ (2013) waren (sehr) gute Alben, stilistisch einzigartig und deutlich mehr als lediglich zwei weitere Beiträge innerhalb des Retro-Rock-Revivals bzw. Okkult-Rock-Hypes, „Meliora“, soundtechnisch perfekt in Szene gesetzt von Produzent/Songwriter Klas Åhlund (u.a. Katy Perry, Kesha, Madonna, Robyn), ist noch besser und das erste Neun-Punkte-Album von Papa Emeritus (jetzt in der dritten Inkarnation) und seinen Nameless Ghouls. Ausgerechnet der Opener ´Spirit´ sowie die beiden B-Seiten-Eröffner ´Mummy Dust´ und ´Majesty´ lassen die ganz große Eingängigkeit vermissen, die gibt´s dafür beim erwähnten ´From The Pinnacle To The Pit´, der ersten Single ´Cirice´ (ein mörderischer Grower!) und den abschließenden ´Absolution´ und ´Deus In Absentia´, vor allem aber bei der auf den ersten Hör regelrecht poppigen „Ballade“ ´He Is´, die sich allerdings schon recht bald als lupenreine, düstere Endsechziger-Psych-Verbeugung entpuppt, als unheimliche Fortsetzung von regelrecht subversiven Kopfverdrehern wie „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“, „S.F. Sorrow“ oder - natürlich ganz vorne - „Pet Sounds“. Und dass die Orgel, auf „Meliora“ genauso wichtig wie die beeindruckenden Chöre (das Ende von ´Deus In Absentia´, Alter!), das Instrument des Teufels ist, wissen wir ja sowieso schon lange.
Pappa ante portas? Himmel, hilf!


Boris Kaiser 9.0

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