ReviewDynamit

Band
HELLOWEEN 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #337 
Titel
My God-Given Right 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Nuclear Blast/Warner (61:16)
Ich gebe es gerne zu, ich bin überrascht - und zwar positiv. Dass die altehrwürdigen HELLOWEEN, ihres Zeichens Väter von Klassikern wie „Walls Of Jericho“ und „Keeper Of The Seven Keys“, deren Wichtigkeit man gar nicht oft genug betonen kann, aber eben leider auch von Mittelmäßigkeiten wie „Gambling With The Devil“ oder „Straight Out Of Hell“, noch mal ein dermaßen rundes und gelungenes Album raushauen würden, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. „My God-Given Right“ ist der stärkste Output der Kürbisköpfe seit „The Dark Ride“, und dessen Veröffentlichung liegt immerhin auch schon anderthalb Dekaden in der Vergangenheit. Doch woran liegt´s? Im Grunde weicht die Band auch diesmal wieder nur marginal von ihrem erprobten Konzept ab. „My God-Given Right“ wird von Uptempo-Nummern dominiert, die vor allem vom starken Gitarrenspiel des langjährig aufeinander eingespielten Duos Weikath/Gerstner und Andi Deris´ ausgezeichneter Gesangsleistung leben. Langsamere, balladeske Stücke wie ´Like Everybody Else´ bringen die nötige Abwechslung, ohne dem Gesamtwerk allzu sehr den Schwung zu nehmen. Die Texte sind intelligent geschrieben und bewegen sich weitgehend abseits gängiger Genre-Klischees. Und was sicherlich das Wichtigste ist: In Sachen Songwriting präsentieren sich die Hanseaten wieder deutlich treffsicherer als auf ihren letzten paar Platten. Es hätte „My God-Given Right“ zwar nicht geschadet, wenn man die Tracklist um ein oder zwei Stücke gekürzt hätte, aber das ist natürlich Genöle auf hohem Niveau.


Jens Peters 8.5

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