ReviewDynamit

Band
OVERKILL 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #326 
Titel
White Devil Armory 
Erscheinungsjahr
2014 
Note
9.0 

Nuclear Blast/Warner (50:46)
Dass OVERKILL vor einigen Monaten ankündigten, den Album-Release und somit ebenfalls ihre geplante Europa-Tour zu verschieben, weil man laut Basser D.D. Verni „ein echtes Killeralbum“ schreiben wollte, sorgte durchaus für Skepsis. Zu oft folgten bei anderen Bands derart blumigen Äußerungen nicht selten eher mittelprächtige Platten, die vorhergegangene Statements ad absurdum führten. Bei OVERKILL nicht. „White Devil Armory“ präsentiert die Band in absoluter Topform, verknüpft gekonnt die Trademarks mit nuancierten Neuerungen und ist unterm Strich genau das Brett, das sich Fans des New-Jersey-Fünfers nach den hochklassigen Vorgängern „Ironbound“ und „The Electric Age“ gewünscht haben dürften. Nach dem sich dramatisch aufbauenden und als Intro-Tape für anstehende Liveshows empfehlenden Vorgeplänkel ´XDM´ tritt man mit dem auf unserer „Lauschangriff“-CD vertretenen furiosen Opener ´Amorist´ das Gaspedal durchs Bodenblech und hält das beachtliche Energielevel über die komplette Albumdistanz.
„White Devil Armory“ hat alles, was OVERKILL ausmacht: packende Refrains (´Where There´s Smoke´, ´Down To The Bone´), mit ´Bitter Pill´ einen mörderischen Groover, Energie hoch zehn, einen schnoddrig-punkigen Einschlag, der besonders bei der angepissten Politikabrechnung ´King Of The Rat Bastards´ zum Vorschein kommt, und diverse wohldosiert verabreichte Überraschungen. Das mit Vocal-Effekten arbeitende und in Sachen Riffs an kalifornische Thrash-Bands erinnernde ´Another Day To Die´ ist so eine. Oder der cleane Gesang von Blitz bei ´It´s All Yours´. Oder das im hinteren Drittel von ´Freedom Rings´ völlig unvermittelt auftauchende Judas-Priest-Gedächtnisriff. In einem Rock-Hard-Interview hat Blitz mal sinngemäß erklärt, dass OVERKILL den Thrash Metal der Bay Area mit einer guten Portion Ostküsten-Rotz angereichert hätten. Besser als auf ihrem inzwischen 18. Studioalbum ist der Band dieses Vorhaben selbst in den Achtzigern selten gelungen.


Thomas Kupfer 9.0

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