ReviewDVD - Musik

Band
DEEP PURPLE 
Kategorie
DVD - Musik 
Heft
RH #342 
Titel
From The Setting Sun... – In Wacken ...To The Rising Sun – In Tokyo 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

(EarMusic/Edel)
Es gibt keine schwachen DEEP PURPLE-Shows, doch der Wacken-Gig 2013 gehört eindeutig zu den wenigen „nur guten“ Konzerten der ewig jungen britischen Hardrock-Legende. Die Band agiert für ihre Verhältnisse ein wenig verkrampft, optisch wird nullkommanix geboten – bei Tageslicht kann man sich eine Lichtshow natürlich auch schenken, aber hinter den Musikern hängt nicht mal ein Purple-Backdrop –, das nicht übermäßig enthusiastische Publikum ist klanglich wie räumlich weit weg, und der dünne, undifferenzierte Mix lässt die typische DEEP PURPLE-Magie nur ansatzweise rüberkommen. Das einzige wirkliche Ausrufezeichen des 95-minütigen Sets ist der Gastauftritt von Uli Jon Roth bei ´Smoke On The Water´.
Die ein Dreivierteljahr später im Budokan in Tokio aufgezeichnete Show – beide sind jetzt in separaten Digipaks mit je einer DVD, zwei CDs und einem ansprechenden Foto-Booklet veröffentlicht worden – präsentiert die Band hingegen fast zwei Stunden lang so, wie die Fans sie kennen und lieben: Roger Glover und Ian Paice grooven, wie sonst niemand im Rockzirkus groovt, die bescheidenen Giganten Steve Morse und Don Airey (Letzterer traut sich mittlerweile, live so imposant in die Tasten zu hauen wie die frühen Wakeman und Emerson) spielen sich kongenial die Bälle zu, ein sichtlich entspannter Ian Gillan holt aus seinen Stimmbändern alles raus, was mit 70 Jahren noch rauszuholen ist, und die Licht- und Videoelemente runden das exzellent abgemischte Spektakel perfekt ab. Auf der Setlist stehen neben den üblichen Klassikern auch fünf Stücke des aktuellen Sahnealbums „Now What?!“, darunter die Wundertüten ´Vincent Price´, ´Above And Beyond´ und ´Après Vou´, was „...To The Rising Sun“ auch für Purple-Liebhaber interessant macht, die schon öchzig Live-Gigs ihrer Helden in ihrer Schatzkammer stehen haben. Die Wacken-Rutsche können hingegen auch Sammelwütige guten Gewissens ignorieren.


Michael Rensen

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