ReviewDVD - Musik

Band
ALESTORM 
Kategorie
DVD - Musik 
Heft
RH #321 
Titel
Live At The End Of The World 
Erscheinungsjahr
2014 
Note

(Napalm/Universal)
Die Schotten sind zweifelsohne ein Phänomen. Vor einigen Jahren war ich mit ihnen fast einen ganzen Monat quer durch Europa unterwegs und habe ihre unbekümmerte Art, ihre wilde Hatz von Party zu Party seitdem nie vergessen. Sie allein auf das Musikalische zu reduzieren, ist wenig hilfreich und töricht zugleich. Sie sind quasi die Blaupause der Metal-Generation 2.0 – eine Generation, die von Vorschriften und Dogmen nix wissen will und der eine Playlist bei Spotify vielleicht mehr bedeutet als ein Originalvinyl aus den Achtzigern. Ein Konzert von ALESTORM ist ein Erlebnis, das nicht erst mit dem Konzert beginnt. Da kommen aufwendig gestylte Fans in – was sonst – Piratenkostümen, da steht die Band bereits vor (!) dem Auftritt zusammen mit ihren Followern vor der Halle und säuft. Die Burschen machen vor nichts und niemandem Halt, und ihre liebenswerte Rüpelhaftigkeit, die offen zur Schau getragene „Wir sind genauso wie ihr“-Attitüde ist frei von Kalkül und Berechnung. Ihr Erfolg weltweit ist enorm, auch wenn man das mit zugekniffener Kimme in Deutschland kaum glauben mag. Zigmal waren sie bereits in Australien, die Tour 2013 war sicherlich der Höhepunkt ihrer bisherigen Down-Under-Trips. Die auf dieser 148-minütigen DVD verewigte Show in Melbourne lebt von der erdigen, authentischen Stimmung – allen voran „Gott of schräge Ansagen“ Christopher Bowes, der auch das Umhängekeyboard in metallischen Kreisen  salonfähig gemacht hat. Die Fans brüllen mit, so gut es geht, und beklatschen alles, was an Nonsens auf der Bühne abgezogen wird.
Neben dem Konzert gibt es zudem noch eine Doku über die gesamte Australien-Tour, die aber mangels O-Tönen der Bandmitglieder eher enttäuschend ausfällt. Der Videoclip zum Village-People-Hit ´In The Navy´ ist hingegen ein Brüller. Als Bonus gibt es das gesamte Konzert auch noch mal als Audio-CD. Summa summarum eine schicke Sache für Fans.


Volkmar Weber

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