ReviewDemo-Review

Band
ELECTRIC ORANGE 
Kategorie
Demo-Review 
Heft
RH #353 
Titel
Misophonia 
Erscheinungsjahr
2016 
Note

Ob ELECTRIC ORANGE sich auf der „Demos und Eigenproduktionen“-Seite wohlfühlen? Vielleicht, vielleicht auch nicht, wahrscheinlich ist es ihnen schlicht egal, schließlich wurde die labeltechnische „Isolation“ in diesem Falle sowieso selbstgewählt, wer Album Nummer elf (!) der seit 1992 aktiven Truppe als CD (im Digipak) haben will, muss sich direkt an die Musiker wenden. Stilistische Experimente im herkömmlichen Sinne erwarten einen bei den Aachenern einmal mehr nicht, die Musik IST das Experiment, der Krautrock von Dirk Jan Müller & Co. zitiert die Granden der frühen Siebziger, vor allem Can, Neu!, Tangerine Dream und Amon Düül 2, stellt dabei aber erneut deutlich mehr dar als lediglich „Geräusch“, die Mischung aus Songwriting und freier Improvisation offeriert jede Menge Widerhaken, die auch jenseits von Dope und LSD Sinn ergeben und sogar die „Prog ist mir total wumpe!“-Klientel kriegen dürfte. Einzelne „Stücke“ herauszuheben, wäre dennoch zu viel des Guten: „Misophonia“, das mir als Release mit Vertrieb mindestens acht Punkte wert wäre, hört man am besten in seiner ausufernden Gänze.
* Homepage: www.electric-orange.com


Boris Kaiser

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