ReviewBuch

Band
BLIND PETITION 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #333 
Titel
KEINE GNADE! - DIE BLIND PETITION STORY 
Erscheinungsjahr
2015 
Note

Andi Appel
(resonance Verlag)
BLIND PETITION sind so etwas wie der Borkenkäfer der österreichischen Musikszene – eine Plage, aber seit Ewigkeiten dabei und irgendwie nicht wegzudenken. Das soll an dieser Stelle keine Rolle spielen, denn bekanntermaßen lassen sich über schlechte Bands die besten Bücher schreiben. Doch genau darin liegt das Problem dieser Biografie: Autor Andi Appel verzichtet darauf, eine tragikomische Ballade vom Scheitern anzustimmen, und belässt es bei der nüchternen (nun ja) Abhandlung der Fakten. Damit vergibt die ansonsten nicht gerade humorlose Promoter-Legende jedoch das größte Potenzial dieses Themas, denn die Fakten an sich sind wenig spektakulär – dass Hardrock-Bands über den Durst trinken, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Inhaltlich wirkt die Lektüre eher deprimierend: Wiener Milieu, Treffpunkt Ö3, Donauinselfest, Alkbottle, Rockhaus Wien, Muff Sopper. Die Aufzählung des Elends will schlicht kein Ende nehmen. Dazu passt die fatale Neigung des Autors zu Drei-Wort-Sätzen, was als lakonisches Stilmittel zwar legitim ist, auf die Distanz eines ganzen Buches jedoch ermüdend wirkt. Somit dürfte „Keine Gnade!“ eher für austrophile Liebhaber von Wiener Kuriositäten interessant sein.
Weitere Infos: www.keinegnade.at


Wu Gang

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