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Buch 
Heft
RH #190 
Note

Hinter dem analytischen Titel verbirgt sich ein gut hundertseitiges Büchlein, das man in zwei Abschnitte teilen kann. Zum einen wird die Geschichte des DDR-Undergrounds (ergänzt um einige Exkurse in den Westen) beschrieben. Hierbei kommen auch Zeitzeugen zu Wort, die zum Teil mit der üblichen Ostalgie zu Werke gehen. Deutlich wird besonders, dass die Links-Rechts-Schubladisierung der damaligen Ost-Punk-Szene nicht gerecht wird und dass sie zudem fett Stasi-durchseucht war. Des weiteren beleuchtet Michele Bettendorf die Rammstein-History, inklusive deren Wurzeln in Gruppen wie Feeling B oder First Arsch. Dabei erfährt man immerhin, dass Till Lindemann mal als Korbflechter arbeitete und Flake sich als Lockenwicklerbastler für Ostfriseure versuchte, und bekommt auch einen kleinen Einblick in die Psyche der Herren.
Durch die Zweiteilung und die diversen Fremdautoren wirkt das Buch etwas zerrissen. Dazu kommt ein holpriger, bisweilen kindlicher Schreibstil, der eher an Aufsätze aus der siebten Klasse erinnert. Und leider auch ein Haufen Rechtschreibfehler. Dadurch ist "Ursprung Punkszene..." nur für knallharte Rammstein-Sammler und Früher-war-alles-besser-Ossis empfehlenswert.
Kontakt: Bdorfm@aol.com


Jan Jaedike

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