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Note

Bettina Roccor ist in der Metal-Szene schon lange keine Unbekannte mehr, und mit „Heavy Metal - Kunst. Kommerz. Ketzerei.“ ist ihre Doktorarbeit zu eben diesem Thema nun auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Bettina versucht, mit gängigen Klischees und Vorwürfen aufzuräumen, begeht aber nicht den Fehler, allzu sehr schönzureden. So kommen Themen wie Satanismus, Rechtsradikalismus oder Frauenfeindlichkeit allesamt zur Sprache. Lobenswert dabei, daß Frau Roccor den Fans die Möglichkeit gibt, sich selbst zu äußern. Dadurch wird das Buch zu einer recht spannenden Angelegenheit, zumal „Heavy Metal...“ sich nicht in Fremdwörter-Orgien suhlt und insofern auch für Leute zugänglich sein müßte, die sich mit Soziologie weniger gut auskennen. Allerdings dürfte klar sein, daß man auf 365 Seiten genügend Punkte findet, die diskussionswürdig sind - und der eine oder andere (geringe) sachliche Fehler hat sich auch eingeschlichen. Macht aber nichts, denn auch wenn es vielen Fans egal sein dürfte, wie ihr Stellenwert in der Gesellschaft denn nun aussieht, war es an der Zeit, eine der wichtigsten Strömungen der Pop-Kultur soziologisch/volkskundlich zu ergründen.
Für 42,30 DM (inkl. Porto) flattert euch das wichtige Werk in die Bude. Bestelladresse: I.P. Verlag Jeske/Mader GbR, DGZ-Ring 7, 13086 Berlin.


Boris Kaiser

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