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A LIFE IN PURPLE - Die ultimative Deep Purple-Bibel (Eigenve 
Note

„I´m a Rock´n´Roll preacher, not a sunday school teacher“ singt Dave Coverdale zu Beginn der „Stormbringer“-Nummer ´Highball Shooter´. Ein Aachener Maniac namens Ingo Jansen hat sich dieses Prinzip anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht. Seine erste Predigt wiegt satte anderthalb Kilo, ist zwoeinhalb Zentimeter dick, und über 400 Seiten stark.
Fans von Purple und ihren erfolgreichen Verästelungen wie Rainbow oder Whitesnake stoßen schon beim Überfliegen der schlicht und übersichtlich gestalteten Din-A4-Seiten auf Hunderte lesenswerter Details und Kuriositäten. Man erfährt unter anderem, daß
Ritchie Blackmore 1964 erstmals nach Deutschland kam, um dort mit einer Kapelle namens Heinz & The Wild Boys die Tanzdielen aufzumischen,
Coverdale vor seinem Einstieg 1973 aufgrund deutlichen Übergewichts und eines wenig fotogenen Streuselkuchenoutfits die Dienste eines Ernährungsberaters in Anspruch nehmen mußte,
sich Ian Gillan und Roger Glover zu Episode Six-Zeiten, als Beirut noch als das unzerstörte „Paris des Ostens“ glänzte, über drei Singles in den libanesischen Charts freuen durften,
Star-Kabarettist Herbert Knebel für seine Ellpee „Getz aber in echt“ mit ´Grauer Star´ eine Coverversion von ´Highway Star´ aufgenommen hat
und Ian Paice ausgerechnet vom ehrenvollen Londoner Royal Symphony Orchestra 1983 um Geld betrogen worden ist.
Das in drei Jahren entstandene Mammutwerk über den größten Kreativpool der Rockgeschichte enthält zum Einstieg eine ausführliche History mit sämtlichen offiziellen Gigs, aufgelockert durch allerlei Zusatzinformationen und in der deutschen Hardrockpresse erschienene Konzertberichte.
Es folgt die Abteilung „Stammbäume“ mit Features sämtlicher aktueller und ehemaliger Bandmitglieder. So stößt man z.B. bei Joe Lynn Turner („der teilweise so tief gesunken war, daß er bei Werbespots für Hundefutter im Hintergrund gebellt und geheult hat“) auf eine respektable Aktivitätenliste, die Backing Vocals auf Alben solch illustrer Acts wie Cher, Don Johnson und Bonnie Tyler einschließt.
Abgerundet wird der lila Paperback-Foliant durch sämtliche Songtexte in alphabetischer Reihenfolge, einen Überblick auf Videos, Tribute-Scheiben und Sampler sowie eine Beschreibung der offiziellen Releases (inklusive Plattenkritiken; Ingo ist u.a. aufmerksamer RH-Leser...). Auf Bootlegs näher einzugehen, hat sich der Autor aus gesundheitstechnischen Gründen verkniffen.
„A Life In Purple“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, beweist ab und an auch Mut zur Lücke (schön gesagt - Red.) und sorgt für chronisches Stirnrunzeln bei Anhängern von Konrad Duden, ist jedoch das mit Abstand umfangreichste „Fanzine“, das uns je auf den Tisch gelegt worden ist. Keine Frage: Man muß es einfach haben.
Bestellt werden darf das Monstrum (limitierte & handschriftlich numerierte Erstauflage: 500 Stück) für 57,50 Märker (inklusive 8,50 Porto) unter folgender Adresse: Ingo Jansen, Kehrbrückstr. 3, 52080 Aachen (E-mail: JansenIngo@aol.com, Fax: 0241-9519607).


Matthias Breusch

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