ReviewArschbombe

Band
STILLWELL 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #300 
Titel
Dirtbag 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
1.0 

Nu Day/Cargo (45:51)
„Ey Alter, lass mal ´nen Joint durchziehen und Mucke machen. Ich hab da ´ne super Idee: Wir covern Led Zeppelins ´Whole Lotta Love´, aber so richtig cool im Gangsta-Stil from da Hood.“ - „Boah, krasse Idee, machen wir! Und ich mach so ´n bisschen Rap-Gesang dazu, der ist nämlich gerade total angesagt!“ So oder so ähnlich dürfte es sich zugetragen haben, als STILLWELL im Proberaum waren und davon träumten, „Rock´s next Supergroup“ (CD-Sticker) zu werden. Das wirklich Peinliche daran: Die Protagonisten sind nicht irgendwelche hängen gebliebenen Vollhonks aus einem Provinzkaff, sondern platindekorierte Superstars von Korn (Bassist Fieldy, hier an der Gitarre) und P.O.D. (Drummer Wuv). Unfassbar, welche Stümperei sie auf ihrem Debüt „Dirtbag“ veranstalten! Die Riffs sind ein lauwarmer Aufguss von x-mal gehörten Nu-Metal-Standards, packende Grooves sind weit und breit nicht in Hörweite, und Sänger/Rapper Q trifft mit seinem schiefen Geleier kaum einen Ton; obendrein hat er auch null Power in seinen Reimen. ´Mr. Yellow #5´ klingt wie eine Schülerband, die Rage Against The Machine nacheifern will, ´Street Metal´ kommt für den „Judgment Night“-Soundtrack schlanke 19 Jahre zu spät (hätte aber auch damals keine Chance gehabt, draufzukommen), ´Fast Forward´ wurde offensichtlich ganz unten aus dem P.O.D.-Mülleimer für verworfene Ideen gefischt, und dann wäre da ja noch die eingangs erwähnte Led-Zeppelin-Vergewaltigung, die nach einer Unterlassungsklage schreit. Die dumpfe, dynamikfreie Proberaum-Produktion passt da bestens ins Bild und bringt diesen Haufen Scheiße so richtig zum Stinken. Maximaler Fremdschäm-Faktor!


Marcus Schleutermann 1.0

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