ReviewArschbombe

Band
MORGENSTERN 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #172 
Titel
Heute ist die Rache mein 
Note
4.0 

Nein, nein und nochmals nein - das ist der falsche Weg! Bereits das letztjährige Debüt „Feuertaufe“ kam für MORGENSTERN eindeutig zu früh, doch statt an sich zu feilen und sich ein halbwegs konkurrenzfähiges Niveau zu erarbeiten, gingen die Mittelalter-Metaller schnell wieder ins Studio, um ihr Zweitwerk einzuspielen.
Das Ergebnis verwundert kaum: Die nicht unerheblichen Schwächen sind - im Gegensatz zum Newcomer-Bonus - unverändert vorhanden. Größtes Manko ist nach wie vor der völlig neben der Spur liegende (Sprech-)Gesang, dessen Phrasierung stellenweise so unmöglich ist, dass sie in bester Helge Schneider-Manier für (allerdings wohl ungewollte) Komik sorgt. Auch die Abteilung Metall ist mit ihren unbeholfenen Rumpel-Beats und biederen Grundschüler-Riffs nach wie vor akut nachhilfebedürftig. Das verdeutlicht besonders das gnadenlos schlechte Break in ´Hexenjagd´, angesichts dessen ich „Morgen ist die Probe dein“ als passenderen Albumtitel vorschlage. Einzig und allein die folkloristischen Parts (Flöte, Klarinette, Krummhorn und Schalmei) fallen positiv auf und wissen mit netten Melodien zu gefallen.
Das allein ist natürlich viel zu wenig, und der extrem hohe Standard, den In Extremo und Subway To Sally setzen, macht die Sache für MORGENSTERN auch nicht gerade einfacher. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Label hier auf die Schnelle von einem boomenden Genre profitieren will. Mit so einem schludrig zusammengepfuschten und mies eingespielten Album dürfte das jedoch schwierig werden.


Marcus Schleutermann 4.0

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