ReviewAlbum

Band
DAUTHA 
Kategorie
Album 
Heft
RH #371 
Titel
Brethren Of The Black Soil 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Van/Soulfood (57:31)
Schon DAUTHAs EP „Den Förste“ ließ sich nicht eindeutig in die Doom-Schublade zwängen, und im Laufe eines Albums sind die Norweger noch schlüpfriger. Ihr Debüt stellt im Rahmen eines historischen Konzepts neben einer Aktualisierung des bekannten ´In Between Two Floods´ viel Neues vor, pflegt aber dort, wo es darauf ankommt, liebgewonnene Bräuche wie zum Mitsingen einladende Refrains, den unfehlbaren Iommi-Triller oder elegische My-Dying-Bride-Geigen. Die mittelalterlichen Textthemen bedingen einige klug platzierte Akustikpassagen, und Sänger Lars Palmqvist verleiht den opulenten Song-Bandwürmern zusätzliche Konturen, auch wenn der heimliche Star Year Of The Goats Thomas Sabbathi ist: Er arrangierte in der Tradition seiner alten Band Griftegård Chorparts für das beispiellos rührende ´The Children´s Crusade´, die man gehört haben sollte - wie eigentlich das gesamte Album.

3 Fragen an DAUTHA-Gitarrist Ola Blomkvist:

Ola, Konzeptalben übers Mittelalter sind im Metal nichts Neues. Inwieweit unterscheidet sich eure Scheibe beispielsweise von Throne Of Heresys aktuellem Werk „Decameron“, das genauso historisch fundiert ist?

»Ich habe das Thema sogar schon 2001 mit meiner alten Band The Doomsday Cult verarbeitet. Damals legte ich mir ein Arztkostüm mit Pestmaske zu, das ich letzten Endes doch nicht bei Konzerten tragen konnte. Ich kenne die Platte von Throne Of Heresy nicht, schätze aber anhand ihres Titels, dass sie sich genauso wie wir auf Boccaccio berufen haben. Wir zumindest wollten eine Brücke von der düsteren Vergangenheit Europas zur düsteren Gegenwart schlagen, wozu wir so menschlich wie möglich geschrieben und uns Klamotten voller Flöhe angezogen haben.«

Welche Lehren kann man aus jener Ära fürs Jetzt ziehen?

»Memento Mori: Der Tod, insbesondere die Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert, hält uns nämlich vor Augen, was wirklich zählt und wer wir sind. Man tut also gut daran, sich der Möglichkeit des Todes bewusst zu sein. Übrigens jährt sich die Spanische Grippe dieser Tage zum hundertsten Mal.«

Werdet ihr Chöre wie die in ´The Children´s Crusade´ in Zukunft weiter ausbauen, und gehört Thomas von Year Of The Goat zum engeren Umfeld der Band?

»Die Hauptmelodie für den Gesang in diesem Song und der Refrain von ´Bogbodies´ stammen von ihm. Er singt auch mit, ist aber kein inoffizielles Bandmitglied, sondern nur einer meiner besten Freunde und ein Musikgenie. Noch mehr Lob haben unser fantastischer Produzent Kristian Karlsson und Rickard Larsson verdient, ein weiterer sehr begabter Freund. Die beiden arrangierten alle Hintergrundgesänge, brachten ihre eigenen Stimmen ein und ließen das Ganze so klingen, wie wir es uns vorstellten. Ach, und dem Kinderchor der Finspångs Kulturskola schulden wir einen großen Eimer Eiscreme.«


Andreas Schiffmann 8.5

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