ReviewAlbum des Monats

Band
QUEENSRYCHE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #27 
Titel
Operation: Mindcrime 
Erscheinungsjahr
1988 
Note
9.5 

Es entwickelt sich bei mir ein flaues Gefühl in der Magengegend, wenn ich daran denke, daß QUEENSRYCHE es möglicherweise mit dieser Platte wieder nicht schaffen könnten, an die absolute Spitze im HM aufzusteigen, wo die Band seit Jahren eigentlich hingehört. Das Cover der Platte könnte nicht unauffälliger sein, ist aber ein unmißverständliches Zeichen dafür, daß sich die Band nicht am Massengeschmack orientiert, sondern in erster Line intelligente, künstlerisch anspruchsvolle Alben veröffentlichen will. Mit anderen Worten: "Operation: Mindcrime" ist ein MUSS für qualitätsbewußte HM-Fans (und für QUEENSRYCHE-Freunde sowieso). Die Band hat die Power der früheren Tage mit einigen technischen Feinheiten à la "Rage For Order" verbunden und damit ein zeitloses HM-Album geschaffen, das vom musikalischen Standpunkt her einiges zu bieten hat, aber auch normalen Heavy-Fans mit Sicherheit gefallen wird. QUEENSRYCHE verstehen es, perfekte, einprägsame Refrains weitab des 08/15-Schemas zu machen und arbeiten mit geschickten Breaks, ungewöhnlichen Songstrukturen und genialen Arrangements. Kein Instrument (produziert hat Peter Collins - bekannt für den Superklang der letzten Rush-Alben) ordnet sich unter (hört nur mal auf den geilen Bassgroove bei der Titelnummer), und noch viele Worte über die Musikalität der Herren Tate, De Garmo, Wilton, Jackson und Rockenfield zu verlieren, wäre wohl lächerlich. "Operation: Mindcrime" gehört zu den ganz, ganz wenigen LPs, auf denen mir jeder Song gefällt, der Großteil der Nummern sogar überragend ist. Wem das alles noch nicht genügt, der bekommt noch ein durchdachtes Konzept und an die 60 Minuten Spielzeit geboten. Eine 9,5 ist das mindeste!


Holger Stratmann 9.5

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