ReviewAlbum des Monats

Band
WITHERSCAPE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #315 
Titel
The Inheritance 
Erscheinungsjahr
2013 
Note
9.5 

Century Media/Universal (43:42)
Manchmal ist es ein unschlagbarer Vorteil, wenn man komponieren kann, ohne dass irgendjemand auch nur irgendwas von einem erwartet. Wenn man sich alle Zeit der Welt nehmen kann, um an den Songs zu tüfteln, weil man keinerlei Druck vom Label oder Management bekommt. Wenn man die Lieder sich frei und ohne Scheuklappen entwickeln lassen kann, weil man nicht auf den kommerziellen Erfolg des Albums angewiesen ist. All dies trifft auf WITHERSCAPE zu, und als Resultat daraus entstand mit „The Inheritance“ eines der spannendsten Alben der letzten Jahre. Hinter diesem Projekt stecken mit Dan Swanö (u.a. Edge Of Sanity, Nightingale, Katatonia) und dem Multi-Instrumentalisten Ragnar Widerberg zwei positiv bekloppte Musikliebhaber, die quer durch den Garten alles konsumieren, was es an guter Musik gibt, und ohne Berührungsängste alles verarbeiten, was ihnen gefällt. Demzufolge ist „The Inheritance“ eine Eruption an musikalischem Genie, eine Platte, bei der mit hingebungsvoller Liebe an jedem kleinsten Detail gefeilt wurde und bei der sich gänzlich gegensätzliche Pole auf wundersame Weise zusammenfügen.
Ganz wichtig: „The Inheritance“ klingt zu keiner Sekunde verkopft, sondern hat einen herrlichen Fluss. Und dabei ist es egal, ob das Duo sich gerade in bösen Death-Metal-Akkorden suhlt, locker-luftigen Progpop der Marke Marillion integriert, sich durch King-Crimson-mäßige Irrgärten kämpft, Mercyful-Fate-artige Gitarrenberge auftürmt oder sogar kleine Ausflüge in Richtung Siebziger-Pop wagt. Und dabei Songs erschafft, die nicht überfrachtet sind und vor Dynamik nur so strotzen. Überragend ist dabei auch die Vocal-Performance des Herrn Swanö, dessen Stimme variabler denn je klingt und der von tiefen Grunts bis zu hochmelodischem Klargesang alles draufzuhaben scheint.
Leute, gönnt euch dieses großartige, zeitlose Album, das Opeth vor Neid erblassen lassen wird. Das einzig Negative an diesen Songs ist, dass sie vermutlich niemals live aufgeführt werden. Was für eine Verschwendung

DISKOGRAFIE
The Inheritance (2013)

LINE-UP
Dan Swanö (v, dr., keys)
Ragnar Widerberg (g., b.)

DIE PATEN
Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht:
Opeth * Edge Of Sanity * Katatonia * Atheist * Rush * Tribulation * Solstafir * New Keepers Of The Water Towers * Barren Earth * Sadist * Anathema *  Beyond Twilight *

Und das sagt Dan Swanö zu „The Inheritance“:
»Seit meinem „Moontower“-Soloalbum habe ich nicht mehr so hart für eine Platte gearbeitet, und es fühlt sich unglaublich gut an, dass so viele andere Menschen meine Liebe zu dieser Scheibe offenbar teilen. WITHERSCAPE entstanden aus meinem Bedürfnis, wieder mal härtere Musik zu machen, die vielleicht auch ein wenig an meine alte Band Edge Of Sanity erinnert. Es sollte ein Album werden, das den Hardrock der Siebziger mit reichlich Metal verbindet.«


Frank Albrecht 9.5

AMAZONEMPFEHLUNG