ReviewAlbum des Monats

Band
ARCH/MATHEOS 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #292 
Titel
Sympathetic Resonance 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
9.0 

Metal Blade/Sony (54:47)
„Mjam, mjam“, sagte Miraculix, der Nachbar von Fates-Warning-Gitarrist Jim Matheix, Quatsch: Matheos, „der Zaubertrank ist mir diesmal aber besonders gut gelungen, und der lustige Lockenkopf von nebenan haut, nachdem ich ihm ein Fläschen abgefüllt habe, neuerdings Riffs wie Hinkelsteine raus, da gucken sich die Leute um!“ In der Tat: Was Matheos für das erste unter dem ARCH/MATHEOS-Banner laufende Album komponiert hat, erinnert an Zeiten, in denen bei der Stammband noch gefrickelt wurde, die ersten paar Minuten des knapp viertelstündigen 'Stained Glass Sky' könnten mit einem etwas wärmeren, natürlicheren Gitarrensound (ja, ein Kritikpunkt!) glatt auf „No Exit“ (23 Jahre alt!) stehen, beim knapp elfminütigen 'Any Given Day (Strangers Like Me)' gerät der Unterton mit seinen Thrash-Annäherungen fast schon ein wenig ZU heavy.
Muckis schlagen also Melodie? Nein, keineswegs. Alleine John Arch, Gottsänger der ersten drei Fates-Warning-Platten, errichtet mit seiner unverändert magischen, majestätischen, einzigartigen Stimme Kathedralen, 'Neurotically Wired' zeugt bereits als Opener davon, die Hammer-Hook von 'Midnight Serenade' ist fast so nahe an Fates Warning 'Another Perfect Day', wie 'Eye To Eye' damals an 'Through Different Eyes' war, und ganz hinten raus, kurz bevor „Sympathetic Resonance“ zu Ende ist, in den letzten Zügen des recht zurückhaltenden 'Incence And Myrrh', gibt’s noch mal einen ganz großen Moment, einen Moment, bei dem wirklich jeder, der noch nicht tot ist oder scheintot oder doof, die eigene Gänsehaut zelebrieren wird und verdientermaßen auch sich selbst, weil er so geil war, dieses Progressive-Metal-Superwerk, bestimmt das Genrehighlight des Jahres, auf das selbst Römer stehen, in den Einkaufswagen zu befördern.


Boris Kaiser 9.0

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