ReviewAlbum des Monats

Band
KREATOR 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #212 
Titel
Enemy Of God 
Erscheinungsjahr
2005 
Note
9.0 

(55:48)
Drei Jahre haben sich Essen´s Finest Zeit gelassen, um ihrem zweiten Durchbruch Violent Revolution einen ebenbürtigen Nachfolger an die Seite zu stellen. Drei Jahre, in denen nicht nur in der Metalszene
viel passiert ist. Drei Jahre, die uns näher an die Apokalypse geführt haben. Drei Jahre, in denen sich die Wut bei Mainman Mille Petrozza angestaut hat und nach einem Ventil verlangte (siehe hierzu auch unsere Titelstory).
Insofern ist es nur wenig überraschend, dass auch Enemy Of God ein hammerharter, teilweise sogar sehr schneller Thrash-Bolzen geworden ist (höre z.B. den famosen Titelsong), der das Abwenden von Gothic-Sounds, die noch auf dem Vorvorgänger Endorama eine wichtige Rolle spielten, manifestiert. Und dennoch: Nach unzähligen Durchläufen hat man das Gefühl, dass Enemy Of God abwechslungsreicher ist als Violent Revolution. Das dürfte zu einem großen Teil an Leadgitarrist Sami Yli-Sirniö liegen, der anfangs noch wie ein Fremdkörper wirkte, mittlerweile aber zu einem extrem wichtigen Mitglied der Band geworden ist: Seine Leads und Soli verblüffen mit fabelhaften Melodien und Ideen, wie es sie bei keiner anderen Thrash-Combo gibt.
Kongenial in Szene gesetzt wurde dieses Meisterwerk einmal mehr von Andy Sneap, der Enemy Of God einen dreckigen, dabei aber trotzdem kristallklaren Sound verpasst hat, der Abrissbirnen wie ´Suicide Terrorist´ oder ´World Anarchy´ genauso gut zu Gesicht steht wie den beiden hoch eingängigen Hits ´Voices Of The Dead´ und ´Under A Total Blackened Sky´. Die perfekte Mischung aus Rootstreue und Modernität! KREATOR galten lange Jahre als die beste Thrash-Band Deutschlands. Mittlerweile - auch in Anbetracht der immer intensiveren Liveshows - muss man sich ernsthaft fragen, ob Mille & Co. nicht auch international die Pole Position übernommen haben...


Boris Kaiser 9.0

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