ReviewAlbum des Monats

Band
CREED 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #176 
Titel
Weathered 
Erscheinungsjahr
2001 
Note
8.0 

Die Legende will es, dass Frontmann Scott Stapp und Gitarrist Mark Tremonti „Weathered“ nach der abgeschlossenen „Human Clay“-Tour innerhalb kürzester Zeit komponiert haben. Auch ohne den früheren Basser Brian Marshall - für den immer noch kein Ersatz in Sicht ist - haben sich CREED nach dem unglaublichen Erfolg des Vorgänger-Albums nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht, sondern sich direkt in die Arbeiten zu ihrem aktuellen Werk gestürzt. Nicht schlecht für eine Band, deren mit Edelmetall und anderen Awards vollgenagelte Häuser mittlerweile an Juwelier-Auslagen erinnern dürften und der man gemeinhin allzu große Motivation für das Schreiben neuer Songs absprechen würde.
Dass CREED nicht den Binsenweisheiten des Big Business entsprechend funktionieren, beweist einmal mehr das neue Album. Wie bei den Vorgängern hat man die Produktion unter der Anleitung von Producer John Kurzweg durchgezogen und den ureigenen Sound nur um Nuancen verfeinert. „Weathered“ gerät denn auch schon beim ersten Durchlauf zur bis dato kompaktesten Vorstellung des Trios: Wuchtige Grooves, harte Gitarren und die eingängigen Gesangslinien von Scott Stapp dominieren, während einige wenige - dafür aber um so beeindruckendere ruhige - Passagen die dramaturgische Spannung erhalten. Daher geht ´Who´s Got My Back´ mit seinen indianischen Einflüssen noch am ehesten als stilistische Eskapade durch; sonstige Extravaganzen sucht man vergebens.
Den Rock´n´Roll konnten und wollten CREED mit „Weathered“ nicht neu erfinden. Sich selbst haben sie aber zumindest eine Frischzellenkur verordnet. Dass ihnen das innerhalb der selbst auferlegten Grenzen eindrucksvoll gelungen ist, werden nicht zuletzt die zu erwartenden Absatzzahlen beweisen...


Thomas Kupfer 8.0

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