ReviewAlbum des Monats

Band
PSYCHOTIC WALTZ 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #48 
Titel
A Social Grace 
Erscheinungsjahr
1990 
Note
9.5 

Nach all den bereits im Demo-Stadium hochgehandelten Bands wie Lethal, Iced Earth und Arcane kommen nun auch endlich PSYCHOTIC WALTZ zu ihrem Recht, sprich: zu Vinyl-Ehren. Und wie! Stolze zwölf Songs plus Intro hat man auf "A Social Grace" gepackt, welches somit eine Gesamtspielzeit von immerhin 65 Minuten vorweisen kann. Diesen Spielraum nutzt die Band dann auch konsequent und fährt alle Register ihres Könnens auf, welches sich in Übertracks wie "And The Devil Cried", "Halo Of Thorns" (geniale Ballade!), "I Remember" (Jethro Tull-Hommage mit Querflöte!!), "Another Prophet Song", "A Psychotic Waltz", "I Of The Storm" oder "Spiral Tower" eindrucksvoll und nachhaltig widerspiegelt. Wie nicht anders erwartet, sind es vor allem die an David DeFeis (Virgin Steele) angelehnten Vocals von Mastermind Buddy Lackey (der zudem noch für den Löwenanteil des Songwritings verantwortlich zeichnet), die dem stellenweise ungewöhnlich komplexen Material den nötigen Tiefgang verleihen. Die Musik selbst hier in ein paar Worten wiederzugeben, ist ein Ding der Unmöglichkeit, dennoch wage ich einen Versuch: Arrangements a la Fates Warning (zu "Awaken The Guardian"-Zeiten), versehen mit einer gesunden Portion Melancholie hier und da, wie man sie ansonsten gerade mal von Gypsy Kyss gewohntist. Das alles ergibt eine wohl einmalige Mischung, die - in Watchtower-Perfektion dargeboten - nicht gerade leichtverdaulich ist und beim einen oder anderen schonmal etwas Geduld voraussetzt und ein zwei bis dreimaliges Hören erforderlich macht. Strapazen, die man jedoch gerne auf sich nimmt, da sie eigentlich gar keine sind. Probiert's doch einfach mal aus: Taucht ein in die Welt von PSYCHOTIC WALTZ, und laßt euch von den Jungs verzaubern. Hier sitzt ihr nämlich garantiert in der ersten Reihe! Da lediglich im Soundbereich einige leichtere Schwächen auszumachen sind, gibt's für "ASocial Grace" dann auch 9,5 Punkte. Minimum! Für mich schon jetzt eines der Highlights des laufenden Jahres - und das nicht nur im Bereich des Progressiv-Metals!


Wolfgang Schäfer 9.5

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