ReviewAlbum des Monats

Band
ENGINE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #149 
Titel
Engine 
Note
9.5 

Jau, das isses doch! Moderne ohne das Verleugnen der eigenen Roots, 'ne gewisse Hipness ohne jede aufgesetzte Coolness, kommerzielles Potential mit sowohl musikalischem als auch lyrischem Anspruch. Die Deftones mußten im Vorfeld andauernd herhalten, wenn es darum ging, die Musik von Ray Alders Solodebüt "Engine" zu beschreiben. Sicherlich: Die eine oder andere Groove-Betonung ist auszumachen, mit anderen Modern Metal-Kaspern der Korn/Coal Chamber/Limp Bizkit-Kategorie hat der von Joey Vera (Fates Warning, Armored Saint), Bernie Versailles (Agent Steel) und Drummer Pete Parada (Face To Face) unterstützte, reichlich gut geölte Motor aber rein gar nix zu tun. Es gibt halt Künstler, die können anpacken, was sie wollen, ihre Genialität scheint einfach durch. Hätten Alder & Co. 'nen finanzstarken US-Major hinter sich, ein Track wie das ultraeingängige 'Taste' würde die Heavy Rotation unsicher machen. Auf der anderen Seite sind Songs wie die Opener 'Monster' und 'Alone', das von unserer letzten Dynamit-CD bekannte 'Bear Your Cross' oder das sehr entspannte 'Tree Of Life' aber viel zu "deep" (die deutschen Worte "tiefsinnig" und "anspruchsvoll" dürfen auch in Zeiten der fortschreitenden Amerikanisierung durchaus noch verwendet werden... - Red.), um auf Chartambitionen reduziert zu werden. Oder um es anders auszudrücken: Wer keine Angst vor einer permanent durchscheinenden Traurigkeit, gepaart mit höchst energetischer Musik, hat, MUSS beim zusammen mit der Civil Defiance- und Steel Prophet-CD bisher besten Album des Jahres zuschlagen. Leute, die die Atmosphäre der letzen Fates Warning-Scheibe mochten, sowieso.


Boris Kaiser 9.5

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