RH #374ToneZone

Hyperfrost

Michael Ivarsson

Der ehemalige Sweden-Rock-Manager Michael Ivarsson hat für die Doom-Institution Candlemass ein Internet-Gewinnspiel entwickelt. Treffen hier völlig unterschiedliche Welten aufeinander?

Michael, für das erste Hyperfrost-Projekt konntest du Candlemass gewinnen.

»Ich dachte, dass Candlemass der perfekte Start seien. Eine Band mit Historie und Live-Aktivität, die auf meinen Einwand hin sogar neues Material und ein neues Studioalbum angehen will, obwohl man dieses Kapitel bereits schließen wollte. Ich glaube, als ich mit Leif Edling vor einem Jahr sprach, habe ich wieder ein Glitzern in seinen Augen gesehen.«

Nun gilt insbesondere Leif als sensibler Typ. Wie war seine erste Reaktion in Bezug auf Online-Gaming?

»Erst mal war er sehr erfreut, dass wir ihn angesprochen haben. Natürlich sprachen wir über die vermeintlichen Schattenseiten, iGaming und insbesondere eine Slot-Machine sind nicht ohne Kontroverse. Dabei sind wir 35 Jahre zurückgegangen, er als Musiker, ich als Konzertveranstalter und Magazin-Inhaber. Wir haben beide die vielen Änderungen im Musikgeschäft beobachtet. Es ist für mittelgroße Bands wesentlich schwieriger zu überleben als früher. Also warum sollte man nicht einmal etwas Neues versuchen?«

Wie werden Candlemass davon profitieren?

»Dies ist ein Pilotprojekt, deshalb ist es schwer zu sagen, was dabei für die Band herumkommen wird. Aber ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass man den Schwund aus dem Verkauf von Tonträgern mit einer solchen Aktion teilweise wieder auffängt.«

Der Ruf von Online-Casinos ist nicht der beste. Ist das aus deiner Sicht gerechtfertigt?

»Das dachte ich auch, bevor ich mich damit näher beschäftigte. Die Gewinnchancen sind jedoch um ein Vielfaches höher als bei einer staatlichen Lotterie oder einer Sportwette. iGaming sollte also in dieser Kategorie den besten Ruf haben. Ich glaube, dass die Leute in nächster Zeit ihre Meinung ändern werden. Die Sportwelt ist dem Musikgeschäft da um einiges voraus, dort hält sich das negative Feedback in Grenzen. Stationäre Casinos in Atlantic City oder Las Vegas haben seit Jahrzehnten Künstler gebucht, so gesehen ist das alles nicht neu. Neu ist, dass es in der digitalen Welt stattfindet. Neue Ideen werden oft kritisiert. So war es mit Downloads und Streams, aber die Leute sind heute regelmäßig bei Spotify oder YouTube zu Gast. Wie bei Alkohol sollte man jedoch beim Spielen vorsichtig sein.«

In den Anzeigen verspricht das Casino, dass jeder fünfte Spieler eine exklusive EP gewinnt. Wie kann man so etwas garantieren? Das ist doch reine Vertrauenssache, oder?

»Ja, kann man so sagen, wie in jeder Geschäftsbeziehung. Wir werden einige Werbe-Kampagnen mit der EP machen, aber auch mit anderem Merchandise. Unser aktuelles Angebot ist, dass man für 20 Euro spielt, den ´House Of Doom´-Song dabei hört und Geld gewinnen kann. Jeder fünfte Spieler gewinnt die 10“ mit einer exklusiven Neuneinhalb-Minuten-Version von ´House Of Doom´, bei der Papa Emeritus III als Gast zu hören ist. Das ist ein toller Preis. Ich finde das fair und aufregend. Was ich nicht fair finde, ist, wenn Fans für ein Konzertticket das Fünffache des offiziellen Preises auf irgendwelchen Auktionsbörsen zahlen müssen, um einen Auftritt ihrer Lieblingsband zu sehen.«

Glaubst du, dass iGaming eine Zukunft hat?

»Das ist eine ziemlich theoretische Frage, weil das Casino-Geschäft älter und größer ist als die Musikindustrie. Die Leute haben schon immer gerne gespielt, egal ob auf dem Fußballfeld, beim Schach oder einem einarmigen Banditen. Man kann das mit oder ohne Geld machen.«

Wenn die Leute nicht gewinnen, werden sie sich frustriert abwenden.

»Wenn das so wäre, würde es nicht existieren. Aber es existiert und wächst.«

www.houseofdoom.com

 
 

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