RH #367Special

MARC NICKEL

Der Pate des US-Hardcore

Marc Nickel

Er sei schon einmal als „Architekt des New York Hardcore“ bezeichnet worden, erzählt MARC NICKEL in einem veganen Café im schicken Teil von Kreuzberg und weiß nicht so recht, ob er sich dabei peinlich berührt oder stolz fühlen soll. Eine Nummer zu groß? Nicht unbedingt. Wenn Veteranen wie Craig Setari von Sick Of It All Europa als „das gelobte Land für US-Hardcore-Bands“ bezeichnen, dann hat das viel mit der von Marc betriebenen Agentur M.A.D. Tourbooking zu tun.

Marc hat erst die ökonomische Grundlage für eine nachhaltige Karriere von Bands wie Agnostic Front oder Sick Of It All geschaffen. Noch immer funkeln die Augen des wuchtigen Ur-Berliners, wenn er von seinem ersten Szene-Besuch in der Lower East Side vor mehr als drei Dekaden berichtet. Nickel hat sich seinen Enthusiasmus bewahrt – im persönlichen Gespräch ist er wie immer kaum zu bremsen.
Wir sprechen über das Jahr 1987: Der US-Hardcore ist bereits sechs Jahre alt, die zweite Welle von Bands im eigenen Land schon längst etabliert. Jedoch schickt sich die Bewegung nun an, aus dem Underground auszubrechen, größer zu werden. Zu diesem Zeitpunkt explodiert Hardcore auch in Europa und wird von einer breiteren Öffentlichkeit als in sich geschlossene Szene wahrgenommen. Wie erklärt sich ein Insider wie Marc diese Popularisierung des Hardcore speziell in Deutschland? Hatte es damit zu tun, dass erstmalig auch Metal-Magazine über Gruppen wie Agnostic Front, die Cro-Mags oder Crumbsuckers zu berichten begannen? Die Entwicklung...

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