RH #362Interview

GHOST

Ein kleines bisschen Horrorshow

Ghost

Wären GHOST so groß geworden, wenn sie in Sneakers und Jeans auf die Bühne gelatscht wären? Papa Emeritus III. sagt nein – und erklärt die visuelle Seite seiner Band.

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Also sprach die Plattenfirma von GHOST, bevor es darum ging, eine Audienz bei seiner Heiligkeit, Papa Emeritus III. einzufädeln. Die Unaussprechlichen, das sind in diesem Fall vier nicht mehr ganz so namenlose Ghouls, die von ihrem ehemaligen Oberhaupt gefeuert wurden und nun ein Gerichtsverfahren wegen nachteiliger Verträge anstrengen. Ein laufendes Verfahren also, aber nicht nur deshalb hat Papa wenig Lust, über seine Ex-Kuttenträger zu reden. Im Interview, in dem es in Ermangelung aktueller Diskussionsthemen um die visuelle Seite von GHOST geht, macht er immer wieder deutlich, dass es sich bei diesem Projekt eben um keine Band handelt, sondern einzig und allein um die kreative Selbstverwirklichung von… na, ihr wisst schon wem. Der Mensch hinter dem Alter Ego wirkt ein bisschen wie ein zerstreuter Philosophiestudent, in dessen Elternhaus offensichtlich gute Manieren wichtig waren. Und abgesehen von einem unstillbaren Redebedürfnis verströmt er rein gar nichts von der Theatralik, mit der sein GHOST-Papa über die Bühne tänzelt. 

Papa, offensichtlich handelt es sich bei GHOST um ein Projekt, dessen visuelle Seite die musikalische komplettiert, wenn nicht gar in den Schatten stellt. Was war eigentlich zuerst da: die Idee für die Musik oder für die...

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