RH #342Interview

DEVIN TOWNSEND

Bom-bass-tisch

DEVIN TOWNSEND

Die interessantesten News schreiben nicht die Promo-Abteilungen von Labels, sondern rührige Künstler selbst – beispielsweise Twitter-Tausendsassa DEVIN TOWNSEND, der in den sozialen Netzwerken täglich neue Pläne postet. Wir trafen uns mit dem Kanadier kurz vor einer Autogrammstunde bei seinem Gitarren-Endorser – eine Flying V mit eingebautem Nebelwerfer musste her – und hakten nach.

Devin, du arbeitest gerade an einer Symphonie. Erzähl mal.

»Da ich keine Partituren schreiben kann, lasse ich mir von Fachleuten helfen, die nach Vancouver kommen und zwei Monate lang anhand meiner Midi-Dateien für Chor und Orchester arrangieren, was ich mir vorstelle. Dann geht es mit einem Dirigenten in die Galaxy Studios in Belgien, die zu den Vorreitern in Sachen 3D-Sound zählen.«

Du singst aber auch selbst, oder?

»Klar, und Morgan Ågren trommelt wieder, weil die Musik richtig fett werden soll und er gerne hinterm Beat spielt. Ich wünsche mir dieses Led-Zeppelin-Flair, weil meine Sachen ansonsten immer so komprimiert klingen. Dem will ich entgegenwirken, denn Orchester orientieren sich nicht am Metronom und sind dynamischer als jede Rockband.«

Ganz schön selbstkritisch für einen Musiker, der nahezu überall gefeiert wird.

»Ohne gespreizt daherkommen zu wollen: Ich sehe mich nicht als Musiker, sondern verleihe meinem Mangel an emotionaler Intelligenz durch Klänge Ausdruck. Ich habe bestimmt 30 Alben voller Shit auf Halde liegen, und zwar Shit im wahrsten Sinne des Wortes. Seit ich Vater bin,...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.