RH #332Titelstory

OPETH

Friert Åkerfeldt ein!

OPETH

Vor einigen Monaten war sich die Menschheit noch unsicher, was den künftigen Kurs von OPETH angeht. Jetzt wissen wir mehr.

Herr Åkerfeldt nimmt sich das Recht heraus, Platten zu veröffentlichen, die in erster Linie IHM gefallen, spielt aber trotzdem Best-of-Konzerte mit bunt gemischten OPETH-Klassikern, die alle Fans begeistern. Das hat dem Eigenbrötler einen Status verschafft, der in der Szene seinesgleichen sucht. Nicht mal mit der These „Metal ist keine Rebellion mehr“ konnte Mikael im Frühsommer dieses Jahres im Rock Hard anecken, stattdessen gab es drei Seiten Leserbriefe mit überwiegender Zustimmung. Und was viel überraschender war: Die meisten Leser teilten seine Kritik an vorhersehbaren, gleichförmigen, mehr oder weniger aus Profitgründen oder Lustlosigkeit veröffentlichten Platten. Diesen Vorwurf kann man OPETH nun wirklich nicht machen. Ihre Platten sind überhaupt nicht vorhersehbar, die Titel versponnener Insider-Kram, und die Interviews schweifen mitunter in ganz andere Gefilde ab, authentisches Musik-Nerdtum inklusive. Die Band lebt sich seit einiger Zeit künstlerisch voll aus, weil sie es sich leisten kann. Konkurrenz gibt es so gut wie keine in ihrem Metier. Der Beat von ´Cusp Of Eternity´ ist klar an Led Zeppelin angelehnt, trotzdem weit genug weg vom Original. OPETH sind mittlerweile auf einem spielerischen Niveau angelangt, auf dem sie im Studio Grenzen sprengen und sich nach Lust und Laune für Live-Auftritte Playlists zusammenstellen können. Keine Band stöbert so lustvoll in ihren Archiven. Irgendeine B-Seite oder ein vergessener Song der ersten Alben lässt sich von dieser auch menschlich homogenen Besetzung schon noch aufpeppen. Natürlich gibt es Leute, die „Pale Communion“ langweilig finden, aber nach meinem Empfinden wird die OPETH-Fanschar mit jedem Album nur noch größer. Junges, studentisches Publikum, aber auch ältere Musikliebhaber – die meisten sind der Band ziemlich schnell treu ergeben. Nein, Åkerfeldt macht alles richtig, indem er der Plastikwelt des Showbusiness seine Natürlichkeit entgegenstellt. Kann man den Mann bitte klonen oder wenigstens seine Gene für kommende Musiker-Generationen einfrieren? ...

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ReviewsOPETH

SorceressRH #353 - 2016
Nuclear Blast/Warner (56:43)Sir Åkerfeldt geht mal wieder nicht den einfachen, ...
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The Roundhouse Tapes
(95:21) Diese schick verpackte Doppel-Live-CD ist gewissermaßen ein Abschieds...
Ghost ReveriesRH #220 - 2005
(66:51) Kaum zu glauben, aber OPETH haben sich erneut gesteigert. Das begnadete...
Lamentations
Wenn man mal davon absieht, dass OPETH auf der Bühne nicht gerade die extrovert...
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Still LifeRH #150 - 1999
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My Arms, Your HearseRH #135 - 1997
OPETH sind ein weiteres typisches Beispiel dafür, daß es in der heutigen Musik...
MorningriseRH #111 - 1996
Ganz schön abgepfiffen, was uns die schwedische Düster-Combo OPETH auf ihrem n...