RH #329Seziertisch

THE RAMONES

Seziertisch

RAMONES

Für diesen Seziertisch gibt es zwei Anlässe, die gegensätzlicher nicht sein könnten: 2014 feiert die Rockwelt das 40. Jubiläum der RAMONES-Gründung, und vor wenigen Wochen starb mit Tommy Ramone das letzte Originalmitglied der Gruppe. Es ist also höchste Zeit, sich mit dem Schaffen der New Yorker Legende etwas genauer zu beschäftigen.

Die RAMONES haben den Punkrock weder erfunden, noch identifizierten sie sich mit den vor allem in Europa zur Szene gehörenden ideologischen Klischees. Sie waren zu Lebzeiten (1974 - 1996) auch nie sonderlich erfolgreich und ernteten erst posthum den verdienten Ruhm. Wobei posthum hier durchaus wörtlich zu verstehen ist. Das gesamte Gründungs-Line-up weilt nicht mehr unter den Lebenden. Sänger Joey Ramone starb 2001 an Lymphdrüsenkrebs, ihm folgten Bassist Dee Dee Ramone (Drogen, 2002), Gitarrist Johnny Ramone (Prostatakrebs, 2004) und Drummer Tommy Ramone (Gallengangkrebs, 2014). 2002 wurden die RAMONES in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen, und 2011 gab´s einen Grammy für das Lebenswerk. Die Compilation „Ramones Mania“ (1988) bescherte den Herren ihr einziges US-Gold-Album, woraufhin Jahre später ein gewisser Gene Simmons vom Stapel ließ, dass die RAMONES „nie etwas bedeuteten. Sie hatten nie Erfolg, genauer gesagt scheiterten sie sogar.“ Wer Musik nicht nur mit einem Blick auf den Kontostand betrachtet, sieht das anders. Wie keine weitere Band haben die RAMONES in den USA den Punk-Sound geprägt und auch die erste Brit-Punk-Welle klar beeinflusst. Der Style des Big-Apple-Vierers basierte auf starken Sixties-Einflüssen (Surf, Girlgroup-Pop, früher Rock´n´Roll), die geschickt mit Speed, Rotz, frühem Stooges-Gedröhn und ´ner Leck-mich-am-Arsch-Attitüde aufgepeppt wurden und übrigens von Anfang an mehr als drei Akkorde enthielten....

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