RH #309Krach von der Basis

ÆVANGELIST

Kann man so sehen

ÆVANGELIST

Kaum eine Platte in letzter Zeit ging so an die Substanz wie das Debüt der Amis ÆVANGELIST. „De Masticatione Mortuorum In Tumulis“ ist in jeder Hinsicht unangenehm, es ist bestialischer Krach, mal metallisch, mal elektronisch wütend. Dass das die Jungs in der Band nicht unbeschadet überstanden haben, war irgendwie anzunehmen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, insofern sind Ascaris (Gesang) und Matron Thorn (Instrumente) im vorliegenden Fall definitiv eine Schicksalsgemeinschaft. Während sich der Instrumentalist vorzugsweise nur bei Dunkelheit aus dem Hause wagt und ansonsten seinen Höllengeräten bestialischen Krach entlockt, sorgt Chefdenker Ascaris sozusagen für den philosophischen Überbau.

»Das Böse auszudrücken, sollte nicht nur die Bereiche des Möglichen und Hypothetischen streifen«, darf man in dem Zusammenhang zur Kenntnis nehmen, und er ergänzt: »Unsere Musik ist eine Herausforderung an den Geist. Es gibt keinen musikalischen Anspruch, keine musikalische Agenda. Wir wollen die Erde mit dem, was wir erschaffen, kontaminieren.«

Die Kontamination beginnt hierbei im Proberaum.

»Ein echtes Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Angst kann nur an der Quelle extrahiert werden. Unter normalen Umständen geht die Qualität verloren, wenn es von einem menschlichen Geist in Musik umgewandelt wird. Unsere unorthodoxe Forschung hat das Ziel, die absolut maximale Kapazität für negative menschliche Emotionen zu bestimmen.«

Doch damit nicht genug:

»Mit der Übersättigung dieser Gefühle...

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