RH #307Interview

MUSTASCH

Daddy Cool

MUSTASCH

Lange bevor cooler Rock wieder cool wurde, spielten MUSTASCH schon, ähem, coolen Rock. „Sounds Like Hell, Looks Like Heaven“ ist da keine Ausnahme, macht es Retro-Hipstern aber dennoch nicht einfach.

Die Schweden haben´s nicht mit unterproduziertem Schrammel-Gedöns. Sie paaren die Riffgewaltigkeit des frühen Hardrock mit der Mainstream-Souveränität der unpeinlichen Phasen von The Cult und Danzig und destillieren daraus einen Breitwand-Sound zwischen Gitarrendonner und Pop-Appeal. In ihrer rockaffinen Heimat kassierten MUSTASCH für „Sounds Like Hell...“ bereits nach einer Woche ´ne Goldene Schallplatte.

»Das war natürlich klasse«, freut sich Bandchef Ralf Gyllenhammar (g./v.; 46 Jahre alt). »Es lag aber auch daran, dass wir die Scheibe für zehn bis zwölf Euro verkauft haben. So was nehmen die Leute schneller mit als ´ne Hochpreis-Veröffentlichung. Außerdem gab es das Album wirklich überall: an jeder Tankstelle, in jedem Elektronikmarkt und sogar bei Lidl (lacht). Plattenläden existieren ja nicht mehr.«

Verdient ihr bei so einem Konzept überhaupt an den CD-Verkäufen?

»Nein. Aber durch den Erfolg kennen „Sounds Like Hell...“ hierzulande superviele Leute. Das ist mir mehr wert, als ein paar schnelle Euros einzusacken. Außerdem profitieren unsere Touren von dem immensen Bekanntheitsgrad des Albums. Das Label ist von dem billigen Abgabepreis allerdings weniger angetan. Daher bleibt das wohl ´ne einmalige Aktion.«

Kannst du von MUSTASCH leben?

»Ja, seit drei, vier Jahren...

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