RH #306Festivals & Live Reviews

BEARDFISH, FLYING COLORS

Köln, Gloria

FLYING COLORS

Das Gloria ist genau der richtige Rahmen für ein Package wie dieses. Roter Stoff an den Wänden, Teppich auf dem Boden und Ambient-Beleuchtung - das ehemalige Kino mitten in der Kölner Innenstadt ist angemessen stilvoll für den Edel-Rock der Supergroup um Neal Morse und Mike Portnoy, wobei die Film-Assoziation auch nicht schaden kann.

Das gilt insbesondere auch für BEARDFISH, die in ihren Texten feine Geschichtenerzähler sind. Dennoch haben die Schweden es irgendwie geschafft, mit insgesamt sieben Alben auf dem Kerbholz immer noch als Nachwuchshoffnung zu gelten. Obwohl nicht wenige im von Beginn an vollen Saal Fans der Band sind und immer wieder einzelne Songs fordern, wird recht deutlich, warum das so ist: Es fehlt schlicht an Charisma. Frontmann Rikard Sjöblom ist der Einzige, der überhaupt versucht, mit dem Publikum zu kommunizieren, und selbst er tut das nur verhalten. Während die virtuos gespielten, sehr an den Siebzigern orientierten Songs immer wieder mit ausgefuchsten Breaks und cleveren Ideen überraschen, bleibt der Zugang zu ihnen schwierig. Zwar ist die konsequente Weigerung der Band, mit Pop-Kadenzen hausieren zu gehen, auch bewundernswert, dennoch würde der eine oder andere wirklich eingängige Refrain dem Auftritt gut tun.

FLYING COLORS haben derlei Probleme nicht, im Gegenteil. Das Eröffnungstrio aus ´Blue Ocean´, dem völlig brillanten ´Shoulda, Coulda, Woulda´ und ´Love Is What I´m Waiting For´ trifft genau diese leicht zu verfehlende Mitte aus edelstem...

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