RH #305RH vor 10 Jahren

Kloake der Kleister-Metaller

Rock Hard #185

Als ob der trübe Herbst auch auf die metallische Stimmung schlagen würde, riecht unsere Oktober-2002-Ausgabe mächtig nach Ärger.

HAMMERFALLs Joacim Cans wird von einer blackmetallischen Flachpfeife mit einem Bierglas ins Krankenhaus geprügelt, verliert fast ein Auge und muss mit 25 Stichen genäht werden.

Auf dem Bizarre-Festival randaliert ein Haufen Bekloppter, startet ein riesiges Lagerfeuer und geht auf die anrückenden Sicherheitskräfte los. Die Polizei kesselt einige hundert Leute ein und nimmt über ein Dutzend fest. In einem Feuerlöschbecken ertrinkt zudem ein siebenjähriges Mädchen.

Ohne Tote, aber ansonsten eher semigut geht das Wacken Open Air vonstatten: zu voll, zu teuer, zu hochnäsig gegenüber Fans und (den eh zu vielen) Künstlern, massenhaft organisatorische Probleme. Götz kommt in seinem Vorwort klar auf den Punkt. Das Rock Hard präsentiert das WOA ab sofort nicht mehr. Wolf erfindet gar eine neue Höchststrafe für besonders beschissene Bands: „Entsorgung auf einem völlig versifften Dixiklo in Wacken“. Erstes Opfer ist die aus der „Kloake der Kleister-Metaller“, also dem „Turilli-Nebel“, also Italien, angeschwemmte Zwei-Punkte-„Kackwurstkapelle“ THY MAJESTIE. Dafür gibt´s ein Heft später sogar einen Dankesbrief der Musiker.

DESTRUCTIONs Schmier findet den norddeutschen Metal-Ballermann hingegen nach wie vor töfte und sorgt auf der Bühne für einen coolen Schenkelklopfer: „Hier sind ja auch viele Ausländer zu Gast. Deshalb rede ich jetzt in Englisch. Ist das okay...

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