RH #304Krach von der Basis

SVARTIDAUDI

Blut und Hypnose

SVARTIDAUDI

Eine der rabiatesten und zügellosesten Black-Metal-Platten des Jahres kommt aus Island, und zwar von den Album-Debütanten SVARTIDAUDI aus Reykjavík. Wir sprachen mit Bandkopf Sturla (b./v.) über „Flesh Cathedral“ und das Sterben der Underground-Szene im hohen Norden.

Sturla, was ist eine „Fleischkathedrale“, und was wollt ihr mit dem Albumtitel „Flesh Cathedral“ ausdrücken?

»Die Fleischkathedrale entsteht vor meinem inneren Auge, wenn ich Visionen habe, die auf spiritueller, ritueller Arbeit basieren. Die Kathedrale kann als Beginn einer spirituellen Reise bezeichnet werden - und zwar einer Reise, die uns weg vom üblichen Zeitgeist in eine neue Realität führt. Ich sehe die Fleischkathedrale als eine Art Mediator zwischen den höheren und den niederen Ebenen der Existenz, als ein Monument des stetigen Durcheinanders der Sinne.«

Es handelt sich also um eine Kathedrale im Geiste?

»Ja, sie ragt an den Grenzen der Alpträume empor. Sie ist das Verbindungsglied zwischen Realem und Irrrealem.«

Seit dem 2002er Sólstafir-Debüt „Í Blódi Og Anda“ hat mich kein Schwarzmetall-Album aus Island so begeistert wie euer Erstling. Wie würdest du euer Standing in der isländischen Szene beschreiben? Gibt es überhaupt eine Black-Metal-Szene?

»Wir haben sehr loyale Fans, sehen uns aber nicht als Teil einer Szene. Aber es gibt ein paar Bands, denen wir nahestehen und die ich empfehlen kann: Vannsköpun, Chao, Gone Postal und Abominor. Leider muss man ganz klar sagen, dass Underground-Konzerte so...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.