RH #302Festivals & Live Reviews

VERDUNKELN, CASTLE, DEEP BLACK

Berlin, Blackland

CASTLE

Was ein echter Black-Metaller ist, der badet in Lava, rasiert sich mit dem Flammenwerfer, wärmt sich am Eisblock und lässt sich von ein bisschen Geniesel nicht ernsthaft stören. Aus ebensolchen besteht das heutige Publikum mehrheitlich, dementsprechend ist es nicht weiter tragisch, dass zum offiziellen Einlass um 20 Uhr noch der Soundcheck läuft und die Besucher einen verspäteten Rest Berliner Aprilwetter genießen dürfen. Damit ist es dann kurz nach halb neun vorbei, und wenig später beginnt das Programm, das durch erfreulich kurze Umbaupausen straff gehalten wird.

DEEP BLACK sind die große Unbekannte des Billings. Der Vierer hat einen sympathischen, wenn auch schrullig gekleideten Frontmann, der mit erstaunlich viel Routine durch das Fünf-Song-Programm führt. Geboten wird kruder Psychedelic Rock mit Gothic-Schlagseite, der vor allem beim tiefen, leider im Sound stark unterrepräsentierten Gesang viel Charisma entwickelt.

CASTLE qualifizieren sich danach für einen Auftritt auf einer Drehbühne, denn man weiß gar nicht so genau, wo man zuerst hinschauen soll: Elizabeth Blackwell ist die Bühne trotz Doppelbelastung mit Bass und Gesang eindeutig zu klein, Mat Davis markiert den Bösewicht, spielt betörend gut Gitarre und steuert nebenbei noch ein paar raue Vocals bei, während Al McCartney mit einer Mischung aus Lässigkeit und Power hinter den Drums überzeugt. Mit zwei Alben haben die Kalifornier bereits jetzt genug starkes Material am Start, um eine Setlist ohne ernsthafte...

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