RH #300Festivals & Live Reviews

STRAIGHT FRANK, I AM DYNAMITE

Frankfurt, Ponyhof

Der Ponyhof ist ein winzig kleiner, von außen sehr unscheinbarer Club in der Klappergasse - also mitten im Herzen des Apfelwein-Mekkas Sachsenhausen. Anstatt irgendwelcher Immenhof-Ischen mit Trippel-Trappel-Ponys ist heute Abend handgemachte Rockmusik mit hohem Arschtritt-Faktor angesagt.

Los geht es überraschenderweise direkt mit STRAIGHT FRANK, weil es sich - wie mir Gitarrist Coma später erklärt - um eine Doppel-Headliner-Tour handelt, bei der die Auftrittsreihenfolge je nach Abend und Laune variiert wird. Die vier Schweden legen sofort los wie die Feuerwehr und lassen sich auch von kleineren technischen Problemen - Comas Gitarre kackt beispielsweise gleich nach der Hälfte des ersten Songs ab - nicht aus der Ruhe bringen. Das mit ca. 70 anwesenden Nasen eher spärlich ausgefallene Publikum allerdings auch nicht. Außer artigem Applaus nach den Songs hält sich die Begeisterung noch in überschaubaren Grenzen. Selbst beim durch MTV & Co. bekannten Mini-Hit ´Monster´ ändert sich nicht viel daran - und das, obwohl sich die Band mächtig reinhängt, ultratight wie der sprichwörtliche Entenarsch groovt und die famos riffenden Gitarren eine amtliche, millimetergenau verfugte Soundwand vom Feinsten aufschichten. Darüber thront Tobias Gustavssons wunderbar harmonischer Gesang, der - Chris-Cornell-Vergleiche hin oder her - durch sein Wechselspiel aus schierer Power und tänzelnder Leichtigkeit beeindruckt und Klassenummern wie ´Not Forever´, ´Going Nowhere´, ´We All Die Young´ - hier legt das Frankfurter Publikum dann doch endlich die anfängliche Zurückhaltung ab - oder ´End Of The Day´ weiter veredelt. Ein toller Auftritt einer erstklassigen und extrem sympathisch rüberkommenden Band, die definitiv ein größeres Publikum verdient hätte, sich dieses aber mit Sicherheit noch erarbeiten wird. ...

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