RH #299ToneZone

RANDY RHOADS

Randy Rhoads´ Equipment

Randy Rhoads

„Wir saßen von mittags bis Mitternacht zusammen und redeten über Gott und die Welt. Er hatte ein kleines Stück Papier mit vier, fünf Skizzen dabei, sagte „So soll die Gitarre aussehen“, und wir fachsimpelten, kritzelten und machten noch mehr Zeichnungen“, erinnert sich Grover Jackson noch genau an den 23. Dezember 1980, als Randy Rhoads eine Gitarre nach seinen Vorstellungen in Auftrag gibt, deren Design in den nächsten 30 Jahren Geschichte schreiben wird.

Grover Jackson hat kurz zuvor den Charvel´s Guitar Repair Shop von Firmengründer Wayne Charvel übernommen, eine damals noch kleine Gitarrenmanufaktur, die in den frühen Siebzigern gegründet wurde, um sich in erster Linie um die Reparatur und Wartung von Fender-Gitarren zu kümmern. Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Laden allerdings mehr und mehr zu einem Custom Shop, der eigene Bodys und Hälse herstellt oder die Gitarren seiner Kunden nach deren Wünschen modifiziert. Unter anderem versorgt sich hier auch Eddie Van Halen mit allerhand Teilen, aus denen nach und nach seine berühmte Frankenstrat entsteht, die auf den Covern der Alben „I“ und „II“ zu sehen ist. Durch den kometenhaften Aufstieg von Van Halen ist auch Charvel zu diesem Zeitpunkt ein bekannter Name, allerdings agiert die kleine Firma längst noch nicht in einer Größenordnung, in der sie sich großartige Experimente erlauben kann. „Alle unsere Gitarren hatten damals angeschraubte Hälse, aber Randy wollte einen durchgehenden Hals haben. Wir hatten uns mit Charvel eine kleine Nische geschaffen, die es uns ermöglichte, so gerade eben zu überleben. Also fragte ich Randy, ob es ihn stören würde, wenn ich anstelle von Charvel Jackson auf die Kopfplatte schreiben würde. Für ihn war das kein Problem, und so wurde Jackson geboren. Die Charvels, die wir damals verkauften, waren alle Strats oder Telecasters, und dann kam der Kerl mit diesem verrückten Fledermausflügel-Ding. Ich hatte Angst, dass mir das mein Geschäft killen könnte. Randy wollte die Gitarre Concorde nennen, aber dieser Name war bereits geschützt.“ Gitarren mit 24 Bünden und mehr sind zu dieser Zeit sehr unüblich, weshalb der Urtyp aller Randy-Rhoads-Modelle mit 22 Bünden auskommt. Der Hals des weiß lackierten und mit schwarzen Pin Stripes versehenen Prototyps ist ähnlich dick wie der einer Les Paul, die Tonabnehmer sind von Seymour Duncan, und ein Messingtremolo verpasst der eh nicht gerade leichten, aus schwerem Ahorn gefertigten Gitarre noch zusätzliches Gewicht. Auch wenn die Form noch nicht so filigran ausfällt wie bei den späteren Serienmodellen, ist dies die Geburtsstunde einer Gitarre, die seit mehr als 30 Jahren nicht mehr aus dem Hardrock und Heavy Metal wegzudenken ist. Während der achtziger Jahre sorgen u.a. Gitarristen wie Scott Ian (Anthrax), Kirk Hammett (Metallica), Chris Holmes (W.A.S.P.), Dave Mustaine (Megadeth) oder Andreas Kisser (Sepultura) dafür, dass die Firma Jackson und ihre Randy-Rhoads-Gitarren zu DEM Heavy-Metal-Instrument schlechthin avancieren. Nachdem Randy auf seinem Prototypen noch Probleme hat, die oberen Bünde bequem zu spielen (bereits am 14. Bund geht der Hals in den Korpus über), und er immer wieder gefragt wird, ob dies eine zerschnittene Gibson Flying V sei, gibt er bei Jackson eine zweite Gitarre mit leichten Änderungen in Auftrag, die Randy zweieinhalb Monate vor seinem Tod erhält. Diese Gitarre ist schwarz lackiert, hat kein Tremolo, und die Form entspricht schon fast den späteren Serienmodellen. Diese beiden Gitarren sind die einzigen beiden Jacksons, die er zu Lebzeiten gespielt hat. Zum Zeitpunkt seines Todes befinden sich noch drei Modelle im Bau, die Randy allerdings nie zu Gesicht bekommen hat. ...

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