RH #295Titelstory

TOM GABRIEL WARRIOR

Die Welt ist nicht genug

Tom Gabriel Warrior hat vor allem mit Hellhammer und Celtic Frost den dunklen, schweren, auch okkulten Heavy Metal geprägt wie kein anderer Musiker. Im Rock-Hard-Interview changiert der heutige Triptykon-Frontmann einmal mehr zwischen produktiver, hingebungsvoller Streitlust und notorischer Nachdenklichkeit: »Moral wird konstant unterwandert.«

Tom, im „Eparistera Daimones“-Song ´Descendant´ bittest du: „Grant me eternal rest.“ Welche „Ruhe nach dem Tod“ ist unbedingt zu bevorzugen: das Nichts oder eine andere Form von Leben?

»Weshalb klammert sich der Mensch immer an „eine andere Form von Leben“ nach dem Tod? Als ob die 70, 80, 90 Jahre, die uns in einem gesunden Leben vergönnt sind, nicht genug wären. Noch dazu in unserem westeuropäischen Lebensumfeld, in welchem der Zugang zu allem möglich ist, was ein Herz und ein Intellekt jemals begehren könnten, und in welchem mit ein bisschen Initiative alle Chancen dieser Welt zur persönlichen Selbstverwirklichung offen stehen. Und trotzdem ist all dies nicht genug. Die Menschen sehnen sich nach noch mehr. Nach einem „Leben nach dem Tod“. Der stärkste Trieb des Menschen scheint die Gier zu sein, die absolute Unersättlichkeit. Das ist purer Egoismus und gleichzeitig der Grund für so unendlich vieles, was auf dieser Erde falsch läuft. Der von dir zitierte Satz aus ´Descendant´ ist aus dem Zusammenhang gerissen und so gesehen nicht unbedingt ein persönliches Statement. Er erwuchs aus dem thematischen Hintergrund des Songs. Ich selbst bevorzuge das Nichts. Und ich verabscheue die unersättliche Gier nach ewig mehr.« ...

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