RH #292Interview

Zahl oder stirb

Pay-to-play in der deutschen Metalszene

Metal wird gern als ehrliche Musik einer ehrlichen Szene bezeichnet. Wer neben guten Songs die nötige Hartnäckigkeit besitzt, wird sich letztendlich nach oben arbeiten. „Spielt euch den Arsch ab, dann klappt das schon irgendwann!“, lautet ein oft gehörter Ratschlag. Wer ein bisschen tiefer bohrt, weiß, dass diese Zeiten längst vorbei sind. Wir bohrten, bis uns schlecht wurde.

„Drool my payola“, sangen die Dead Kennedys bereits 1980 in ´Pull My Strings´. Damit geißelten sie die klassische Pay-to-play-Vorgehensweise, bei der Radio-DJs beim Auspacken von Vinyl-Singles plötzlich der eine oder andere Dollarschein entgegenpurzelte, um ihnen das Gutfinden der jeweiligen Platte zu erleichtern. Wenig später wurden in der amerikanischen Rockszene die Beschwerden lauter, dass Clubbesitzer ihre kostbaren Spielzeiten gern meistbietend versteigerten. Inzwischen hat man sich selbst hierzulande an die Buy-ons gewöhnt, die viele größere Headliner auf Tour von ihren Vorbands verlangen, um das eigene Risiko klein zu halten. Wenn die Support-Acts 500 Euro oder mehr pro Tag auf den Tisch legen, kann z.B. schon mal der Nightliner finanziert werden. Irgendwie kennt man das, schimpft ab und zu, ignoriert es aber weitgehend.

Doch in letzter Zeit häufen sich die Klagen, dass auch im Underground immer öfter das Portemonnaie die Tür zu den Bühnenbrettern öffnet (siehe dazu auch diverse Leserbriefe in den letzten Ausgaben) - und dass sich dieses System so...

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