Online-MegazineKolumne

ARCH ENEMY

Schicksalhafte Begegnungen und ein Trip durch Neuengland

ARCH ENEMY

Pfingsten 1999. Auf einer früheren Mülldeponie in Mierlo, einem Kaff in der Nähe von Eindhoven, findet das 14. Dynamo Open Air statt. Metallica und Manowar sind die Headliner. Das Mega-Festival endet in einem ziemlichen logistischen Chaos, aber dennoch kommt es hier zu einer interessanten Begegnung. Irgendwo im Backstage-Bereich rennen sich zum ersten Mal Michael Amott und Jeff Loomis über den Weg. Michael ist damals schon der Boss von Arch Enemy, die er drei Jahre zuvor gegründet hat, und Jeff komponierender Gitarrist bei Nevermore. 

Michael Amott spielt mit Arch Enemy am frühen Samstagabend im Zelt unter dem Themenbanner „The Gore Zone“. „Ziemlich unspektakuläre, aber solide Ikeakost, zu der die Fans abgehen wie Hexe“, stellt der damalige Rock-Hard-Rezensent fest. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schweden noch mit ihrem ersten Sänger Johan Liiva unterwegs, der ein Jahr später die Band verlassen wird, und Sharlee D´Angelo ist gerade neu in der Band. Es ist die Phase, in der sich Arch Enemy eine solide Underground-Gefolgschaft aufbauen, aber noch nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie zwei Jahre später mit Angela Gossow auf sich ziehen. 

Einen Tag später dürfen Nevermore mit Gitarrist Jeff Loomis im Zelt zum nächtlichen Tanztee unter dem „The Power Pack“-Banner aufspielen. Die Stimmung brodelt, und der Rock-Hard-Rezensent stellt erstaunt fest, dass Sänger Warrel Dane stimmlich und körperlich in Bestform ist, obwohl er am Vorabend noch mit einer Flasche Southern Comfort im Arm zusammengebrochen war. 
18 Jahre später sitzen Michael Amott und Jeff Loomis zusammen in einem Backstage-Raum in Manhattan. In wenigen Stunden werden sie zusammen bei Arch Enemy auf der Bühne stehen. Jeff erinnert sich an ihre erste Begegnung auf dem Dynamo Open Air 1999, an das Aufeinandertreffen zweier Gitarren-Nerds, die riesige Fans der Mucke des jeweils anderen waren. Er berichtet von einer Flasche Southern Comfort, die sie zusammen leerten, während sie sich begeistert über das Gitarrespielen unterhielten. Ob die beiden Musiker dabei ebenfalls zusammenbrachen und wie ihre gemeinsame Geschichte weiterging, lest ihr in der Titelstory des nächsten Rock-Hard-Magazins…

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Titelstory ist das exklusive Interview mit Angela Gossow und Alissa White-Gluz. Die ehemalige und die amtierende Arch-Enemy-Sängerin haben bisher kein Interview gemeinsam gegeben. Dabei sind die beiden eng verbunden. Angela managt nach wie vor Arch Enemy, und auch das Soloprojekt von Alissa hat Frau Gossow unter ihren Fittichen. Man erlebt die beiden Damen als sehr dynamisches, ultraprofessionelles und in Freundschaft verbundenes Gespann, das sich zudem schon seit einer guten Dekade kennt. Angela wurde vor Jahren durch interessiertes Beobachten der Female-Fronted-Extrem-Metal-Szene auf Alissa aufmerksam, während Alissa erst durch einen Tipp ihrer damaligen Band auf die Kölnerin mit den krassen Death-Vocals hingewiesen wurde und anfangs nicht glauben konnte, dass die aggressiven Arch-Enemy-Mikro-Eruptionen von dem „engelhaften, blonden Geschöpf“ im CD-Booklet stammten, das sie in einem Plattenladen in Montreal in den Händen hielt.

Der dritte Teil unserer aktuellen Titelstory ist ein Tournee-Bericht. Ich wurde eingeladen, die Band ein paar Tage in den USA im Tourbus zu begleiten, was schon alleine deswegen interessant ist, weil so ein Trip von Philadelphia über New York bis in die Nähe von Boston eine ganz andere Nummer ist, als die üblichen Stationen in Deutschland – Hamburg, Berlin, Köln – abzuklappern. Ich weiß jetzt, dass der Schlafbereich in US-Tourbussen Kühlschrank-Temperaturen aufweist, Merchandiser Francois nach ein bis zwei Bier zu viel nachts gerne mal unanständige Comic-Krakeleien in der Bus-Küche aufhängt (und sich am nächsten Tag kaum daran erinnern kann), Sharlee D´Angelo auch mit seiner hünenhaften Größe entspannt in einer der kleinen Schlafkojen pennen kann und Tourmanager Andre nicht um das organisatorische Armageddon einer Show direkt am New Yorker Times Square zu beneiden ist.

 
 

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