Online-MegazineInterview

MASTODON

Von Beethoven bis Björk

Mastodon

Im September haben Mastodon ihr neues Werk „The Hunter“ auf die Metalszene losgelassen. Im Online-Interview sprachen wir mit Tieftöner/Sänger Troy Sanders über die neue Ausrichtung der Band, die aktuelle Grammy-Nominierung und illegale Downloads.

Troy, auf eurem aktuellen Album „The Hunter“ klingen mehr Classic/Prog Rock-Wurzeln durch, als je zuvor. 'The Sparrow' etwa hat ziemliche Pink Floyd-Vibes. Ist diese Musikrichtung im Laufe der Jahre wichtiger für euch geworden?

»Also zwei Dinge, die wir uns immer vornehmen sind erstens, nie das selbe Album zweimal aufzunehmen und zweitens, immer als Songwriter zu wachsen und uns auf die Kunst des Songschreibens zu konzentrieren. Und im Fall von „The Hunter“ sind wir der Ansicht, im Vergleich zu den vorigen Alben etwas sehr Frisches geschaffen zu haben. Wir lieben das neue Album sehr und sind sehr stolz darauf. Was die Einflüsse angeht: wir hören sehr viele Musikrichtungen. Ich sage immer gern: von Beethoven bis Björk (lacht). Wir nehmen uns nie im Vorfeld vor, in welcher Art unsere nächsten Songs sein sollen. Die Musik entsteht sehr authentisch bei uns und es ist toll, dass wir das Glück haben, so arbeiten zu können.«

Mastodon - The HunterNicht nur die Musik, sondern auch Artwork und Bandlogo erscheinen in ganz anderem Gewand als noch auf „Crack The Skye“. Wie hat sich dieser Prozess entwickelt?

»Wir haben im Laufe des Jahres 2011 gemerkt, dass unsere Musik eine andere Ausrichtung bekommt, die sehr neu und anders für uns ist. Wir wollten eine Menge Aspekte unserer Band verändern. Auch wenn Paul Romano (Artworkkünstler der bisherigen Mastodon-Alben, Anm. d. Verf.) ein sehr guter Freund von uns ist, haben wir uns entschieden die Musik und auch die textliche Herangehensweise zu ändern, also kein Konzeptalbum zu machen. Demnach war es die richtige Zeit, einen neuen Künstler für das Artwork zu suchen. All das hat neues Leben und neue Energie in die Band gebracht. Wir fühlen uns sehr wohl damit und hoffen natürlich, dass andere Leute es auch mögen werden.«

Haben sich die Hintergründe für eure musikalische und textliche Inspiration in letzter Zeit verändert?

»Naja, uns inspirieren Musik, Menschen und die Länder die wir bereisen. Alle möglichen Dinge beeinflussen uns in sehr positiver Art und Weise. Wie schon gesagt, war es dieses Mal sehr spannend für uns, alles etwas anderes anzugehen.«

Hast du von den Gerüchten gehört, dass die Major-Labels 2012 planen, das CD-Format abzuschaffen? Wie ist deine Meinung dazu?

»Echt? Davon wusste ich bisher nichts. Wir haben immer die Form des Albums bevorzugt. Mir ist klar, dass Singles und Single-Downloads sehr wichtig für viele Leute weltweit sind, aber unsere Idealvorstellung war immer, ein vollständiges Album zu erschöpfen. Und danach touren wir für ein oder zwei Jahre. Wir stehen also immer noch hinter dem traditionellen Style des klassischen Albums, das man physisch in der Hand hält. Deswegen investieren wir auch viel Zeit in Album-Artworks, Booklets und Linernotes. Für jeden von uns ist es sehr wichtig beim ersten Hören eines Albums das Booklet zu lesen und das Artwork anzuschauen.«

MastodonMeinst du, dass es Bands vor ein paar Jahrzehnten leichter im Musik-Business hatten? Schließlich gab es kein Internet, keine CD-Brenner, nur Sachen wie Tape-Trading.

»Ja, aber wir wissen ja auch wie das im digitalen Zeitalter läuft. Wir beschweren uns nicht großartig, wenn die Leute unsere Alben runterladen. Denn wenn sie uns mögen, kommen sie zu unseren Konzerten. Natürlich hoffen wir auf den Support der Fans und dass sie unsere Musik kaufen, aber wir verstehen auch, wenn das nicht immer geht. Es gibt soviel Musik und nicht jeder hat das Geld, sich dauernd Alben für 15 Dollar oder Euro zu kaufen.«

Mastodon sind für den 2012er Grammy in der Kategorie „Best Hard Rock/Metal Act“ nominiert. Was bedeutet euch die Nominierung?

»Wir haben uns nie um so was Gedanken gemacht, oder Musik geschrieben, um diese Form von Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn es aber doch passiert, ist das wirklich umwerfend und schockierend. Aber selbstverständlich ist es auch ein riesiges Kompliment an uns. Es ist eine coole Sache, aber nichts, was wir jemals erwarten würden. Die Grammy-Verleihung ist am 12. Februar, einen Tag nach unserem letzten Termin der Europatour. Es ist so etwas Interessantes und Seltenes, sodass ich hingehen werde, wenn es zeitlich passt.«

Kürzlich habt ihr den Song 'Just Got Paid' für einen ZZ-Top-Tribute-Sampler aufgenommen. Eine originelle Idee. Wie kam es dazu?

»Das war für ein Jubiläum von Warner Bros. und sie wollten Musik veröffentlichen, in der Warner Bros.-Künstler einen anderen Künstler des Labels covern. Und wir hatten das Glück, das noch niemand ZZ Top ausgesucht hatte. Unser Gitarrist Brent steht auf ZZ Top. Das erste Konzert, das er besuchte, war ein ZZ Top-Gig. Er wollte auf jeden Fall ZZ Top machen und wir waren auch dafür. Es war cool, an ein Teil dieser Sache gewesen zu sein.«

Zum Abschluss eine Frage zur kommenden Europatour: Werdet ihr vermehrt neues Material live performen?

»Wir wollen auf jeden Fall mehr als die Hälfte vom neuen Album spielen. Vielleicht neun oder zehn Songs. Zusätzlich noch ein paar der alten Songs, aber der Fokus liegt definitiv auf den neuen Sachen. Wir freuen uns, diese vor soviel Leuten wie möglich live zu spielen.«

 

Pics: Cindy Frey (Promo)

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