Online-MegazineInterview

BLACK THUNDER LADIES

Interview mit der Demoband des Monats 07/12

Black Thunder Ladies

Sollte es nicht eigentlich unter Todesstrafe stehen eine Band, nein Verzeihung, eines der Urgesteine der Rockgeschichte wie AC/DC zu covern? Und gestattet man es doch einer Combo sich an die unnachahmlichen Gitarrenklänge eines Angus Young oder an die einzigartigen, ekstatischen Gesangsausschweifungen eines Bon Scott zu wagen, was würden die stolzen Männer mit den Hells Bells dazu sagen, wenn ausgerechnet eine Truppe von Frauen ihre überaus Testosteron geladenen Hits zum Besten gibt?

Die zur Demoband des Monats gekürte „All-Female-AC/DC-Tribute-Band“ BLACK THUNDER LADIES erzählt uns im Interview, wie es sich anfühlt, den Göttern des Rock Tribut zu zollen und sich in einer Welt aus TNT und Ruff Stuff den ganz eigenen Weg zu bahnen.

Könnt ihr etwas zum Entstehen der Band erzählen?

»Im Frühjahr 2009 haben einige der Ladies, die sich bereits aus anderen Gruppen kannten und auch schon in anderen Gruppen zusammen gespielt hatten, die Gründung der BLACK THUNDER LADIES ins Rollen gebracht. Anja Assmuth als fehlendes Mitglied am Schlagzeug war schnell gefunden und ist von Anfang an dabei. Iris Boanta als Frontfrau kam nur wenige Monate nach Gründung dazu.«

Erinnert ihr euch an eure ersten Auftritte? Wie waren die Reaktionen?

»Oh ja, ob das auf Wacken 2009, auf der Musikmesse in Frankfurt oder in Österreich war... Es stellte sich sowohl bei den ersten Auftritten als auch lustigerweise manchmal noch heute immer wieder die Frage, wie das Publikum reagiert, weil wir als Tribute-Band, die aus fünf Ladies besteht, aus der "Standard-Schiene" der männlichen Kollegen ganz klar herausfallen.
Vor allem die männlichen Blicke sind natürlich meist erst einmal skeptisch und brauchen anfangs einige Minuten, um zu realisieren, was sie sehen UND hören.
Erfahrungsgemäß gibt es nach kurzer "Auftau-Zeit" kein Halten mehr.«

Wie oft probt ihr? Wo liegen die Schwierigkeiten eine Band wie AC/DC zu "covern"?

»Wie proben gar nicht! Wenn eine Band so verstreut im Bundesgebiet wohnt wie wir, kann Proben nur eine Ausnahme sein.
Wenn wir neue Songs von AC/DC ins Programm nehmen, bereitet sich jede für sich vor, damit der Song nur im Soundcheck durchgespielt werden braucht.
Eine Band wie AC/DC zu "covern" hat viel mit Groove und eigener Attitüde zu tun...
Durch die tighte Rhythmusfraktion als Basis für die etwas mehr nach "heavy"
klingenden Gitarren und dem eindeutig heraus hörbaren rauen Organ der Frontfrau entsteht dann aber genau der Sound, der BLACK THUNDER LADIES ausmacht.«

Hättet ihr gedacht, dass ihr mit einer "Tribute-Band" einen so großen Erfolg haben könntet?

»Wir haben es natürlich gehofft, es ist ja anfangs nicht klar, wohin die Rock 'n' Roll-Reise hinführt. Sich auf den Erfolgsgedanken zu konzentrieren, wäre ein Fehler weil die Gefahr dabei zu "verkrampfen"
kontraproduktiv wäre.
Wir haben uns aus Spaß und Liebe zur AC/DC-Musik entschlossen, das zu tun und wollen unser Publikum damit in unseren Bann ziehen, dass wir ihnen das vermitteln, was wir selber leben: den Geist des Rock 'n' Roll.
Aus der Menge der Tribute-Bands letztendlich hervorgehoben zu werden, macht uns natürlich umso glücklicher.«

Wie wichtig ist euch die Stage-Performance? Bringt ihr dabei viel von eurem eigenen Stil ein, oder versucht ihr euch eher an Mimik/Gestik etc. eurer "Vorbilder" zu halten?

»Die Stage-Performance ist extrem wichtig! Vor allem wenn eine weibliche Tribute-Band ihren männlichen Idolen den "Tribut" zollt, ist es natürlich so, dass auch auf die Optik unserer Show geschaut wird. Grundsätzlich sind wir einfach "wir selbst" und interpretieren AC/DC so wie wir es fühlen. Wir kleiden uns nicht wie die Originale und versuchen bzw. wollen auch nicht wie sie aussehen.
Zwar spielen wir die Songs von AC/DC mit einer optischen und akustischen BLACK THUNDER LADIES-Note, bei der spielerisch und soundtechnisch die AC/DC-Songs einen Touch mehr Metal erfahren, allerdings so, dass sich AC/DC-Fans dennoch damit identifizieren können.«

Spielt ihr ab und zu mit dem Gedanken eine Band mit eigener Musik zu gründen?

»Wir sind bereits eine Band, die - auch - eigene Musik macht! Dass unser Album "First Take" unter anderem vier Titel von AC/DC als Bonus-Tracks enthält, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass wir zu unseren Vorbildern "stehen" und damit auch die Inspiration bei den eigenen Stücken ein Stück weit hörbar ist.«

Wie sind eure Pläne für die nahe Zukunft?

»Wir hoffen, dass die "First Take" beim Publikum gut ankommt und sich entsprechend verkauft. Unser Ziel besteht erst einmal darin, möglichst viele Menschen live in unseren Bann zu ziehen und ihnen live sowohl unser Tribute-Programm als auch die eigenen Songs zu präsentieren!«