Online-MegazineInterview

MOMENT OF DETONATION

Interview mit der Demoband des Monats 03/13

MOMENT OF DETONATION

Obwohl uns mit "The Legacy They Left Us With" erst ihre Debüt-EP vorliegt, haben die Jungs von MOMENT OF DETONATION schon einige Erfahrungunen gesammelt und dürfen sich über den Titel "Demoband des Monats" freuen. Dabei bestechen die Stücke durch technisch versierte, moderne Töne des Todesbleis, die mit allerlei Überraschungen garniert werden. Das nahmen wir als Anlass, der Band genauer auf den Zahn zu fühlen.

Eure EP "The Legacy They Left Us With" kam in der Rock-Hard-Redaktion sichtlich gut an. Mit einem konsequent modernen Einschlag gibt es Metalcore hier, eine kleine Prise Thrash-Metal dort und mancherorts auch einen frische Brise Todesblei. Würdet ihr diese Genre-Bezeichnung so stehen lassen oder dem noch etwas hinzufügen?

»An für sich trifft die Bezeichnung schon zu. Zwischendurch schimmern noch Prog-Anleihen durch, sonst kann man dies aber getrost so gelten lassen.«

Mit bisher einer EP auf der Habenseite steht ihr noch relativ am Anfang der Karriereleiter. Was sind die wichtigsten Stationen, beginnend von eurer Bandgründung bis zum Release der neuen Songs?

»Alles fing 2010 als namenloses Solo-Studio-Projekt an, das von Andreas (Ex-Lost Century, Ex-Thought Sphere, Ex-Forces At Work) unter Mithilfe von Thorsten und Cornelius (Ex-Neon Sunrise) initiiert wurde. Nach ersten erfolgreichen Songwriting-Sessions war schnell klar, dass es zusammenpasst und wir alles in feste Bandstrukturen lenken wollten. Eher zufällig trafen wir dann auf Jens (Ex-Lost Century, Ex-Thought Sphere), einen langjährigen Weggefährten von Andreas. Glücklicherweise teilte er die musikalische Vision sowie den Enthusiasmus. Zudem passten seine eigenen Kompositionen genau zu unserem bisherigen Material. Ab da konzentrierten wir uns auf das Songwriting und Erarbeiten eines Live-Sets. Nebenbei entstand in Eigenregie die Debüt-EP „The Legacy They Left Us With“. Im Oktober 2012 stieß dann noch, kurz vor Fertigstellung der EP, Robert als Bassist zur Band. Im Dezember haben wir schließlich die EP veröffentlicht.«

Andreas, da MOMENT OF DETONATION mit zum Teil schwer verständlichen Lyrics hantieren, muss ich euch fragen, welches Konzept ihr verfolgt.

»Konzept verfolgen? Eher nicht, es handelt sich eigentlich nur um mein explizites Tagebuch in Gedichtform. So gesehen werden eigentlich nur persönlichen Erfahrungen in Metaphern-Form verarbeitet. Meist sind dies schlechte Beziehungserfahrungen, seien es jene mit dem anderen Geschlecht oder aber Vorkommnisse mit früheren Bandkonstellationen. Alles ist mehr oder weniger allgemein gehalten und nett in hasserfüllte Metaphern gepackt, damit sich keine(r) wirklich wiedererkennt oder aber angegriffen fühlt. Jenes ist lyrisch schon ab und an harter Stoff. Ich wünsche generell ja allen die Pest an den Hals (Misantroph? Wer? ICH?). Auch schreie ich mich gerne mal in den Songs selber an, weil ich mich ab und an nicht mag und meine Hilflosigkeit, sowie Inkonsequenz in diversen Konflikt-Situationen zum Erbrechen finde. So gesehen ist für mich das Konzept, falls vorhanden, eher die für mich persönliche kathartische Komponente, sonst nix. Auf dem Gebiet habe ich noch einige verbale Breitseiten in mir die ich heraus brüllen möchte. Meine ewige 'Shitlist' wird eigentlich eher länger als das ich mal was vergebe, womit Texte für die kommenden 20-30 Songs gesichert sind. (lacht)«

Sowohl das schwarzmetallische angehauchte 'Bitter' oder das äußerst vertrackte 'Blueprint' als auch das andere Song-Duo versprüht seine ganz spezielle Duftmarke. Wie wichtig war es für euch, neben Wucht und Power, die Abwechslung bei den bisherigen vier Stücken plus Intro?

»Sehr wichtig! Wir alle kommen irgendwie aus anderen Musikrichtungen und verfügen somit über einen ziemlich breiten musikalischen Background. Das bringt die große Abwechslung dann zwangsläufig mit sich. Neben unserer musikalischen Schnittmenge fühlen wir uns zudem nicht irgendwelchen Genre-Schubladen verpflichtet, sondern machen frei von Hintergedanken die Musik, die uns einfach Spaß macht.«

Euer Sänger Andreas werkelte früher bei Bands wie Forces At Work und Thought Sphere. Inwieweit prägten die Bands oder auch jene, die ihr privat hört, den Sound von MOMENT OF DETONATION? Welche verschiedenen Einflüsse stecken hinter eurer Musik? Ein ums andere mal schimmern sogar Fear Factory und Nevermore hindurch.

»Ironischerweise prägten die Erfahrungen aus den früheren Bands vor allem die Grundidee des Songwritings dahingehend, so kurz und knapp wie möglich, ohne Firlefanz, zu komponieren und auf den Punkt zu kommen. Besonders unser Gitarrist Jens, der ja ebenfalls bei Thought Sphere aktiv war, legt heute, nach einigen Jahren des progressiven Experimentierens, viel Wert auf straighte, knackige Stücke. Auch ein gewisser Qualitätsanspruch ist mit allen bekannten Vorgängerbands gemein. Die Nevermore-Vergleiche sind übrigens eine interessante Rückmeldung, zumal auch schon in anderen Reviews darüber geschrieben wurde. Wir persönlich sind über diesen Aspekt positiv überrascht, da Nevermore natürlich eine Wahnsinns-Band sind, für MOMENT OF DETONATION bewusst aber nie Pate standen. Wir alle haben Spaß an moderner Rockmusik und hören Metal in all seinen Spielarten. Zusätzlich stehen wir noch auf die unterschiedlichsten Bands, die uns auch auf unseren Instrumenten geprägt haben. Bei unserem Schlagzeuger Cornelius wäre das Beispielsweise Iron Maiden oder Dream Theater. Bei unserem Gitarristen Thorsten Bands von Megadeth bis Fates Warning. Auch Andreas hört eine breite Palette von Pop, Punk, Rock, Prog bis hin zu den härtesten Metal-Geschossen. Kombiniert mit unseren Persönlichkeiten und Talenten ergibt sich daraus unser Sound, der stellenweise dann wohl an die genannten Bands erinnert, da einfach eine Fülle an Stilen und Einflüssen bei uns zusammen kommen.«

Andreas brüllt sich bei dieser EP die Seele aus dem Leib, schafft es aber auch in vielen Stellen Melodie mitzubringen. 'Metaphor' ist ein tolles Beispiel für diese wechselnde Gesangsvariabilität. Wo seht ihr noch weitere bandinterne Stärken, die euch von anderen Gruppierungen absetzen?

»Der wahrscheinlich wichtigste Punkt ist hier sicherlich unsere Unbefangenheit und Lockerheit, mit der wir bislang an unserer Musik gearbeitet haben. Wir wollen schon Stücke mit einer gewissen Qualität schreiben, haben es aber nie darauf angelegt anders zu sein. Das kommt ganz von selbst, weil wir in erster Linie halt einfach Spaß haben wollen und für alle Musikrichtungen offen sind. Eine weitere Stärke ist bestimmt die Tatsache, dass wir unsere Musik von der Aufnahme bis zum Cover selbst produzieren können, da wir einen Produzenten, einen Grafiker und einen Drucker in der Band haben. Dadurch verfügen wir ja schon über eine hervorragende Grundlage, auf der sich prima arbeiten lässt.«

Werkeln die restlichen vier Mitglieder von MOMENT OF DETONATION auch noch in anderen Bands? Wenn ja, in welche Richtung tendieren diese?

»Nein, bis auf MOMENT OF DETONATION bestehen derzeit keine weiteren Projekte neben der Band. Von den Vorgängerbands sind aber Forces At Work und Neon Sunrise weiterhin aktiv, während Thought Sphere und Lost Century ja schon etwas länger Geschichte sind.«

Zum Schluss würde mich interessieren, wie eure nächsten Schritte aussehen? Folgen im Laufe des Jahres noch weitere Hörproben in Form von EPs und/oder einem Longplayer? Sind Auftritte in Planung?

»Wir planen definitiv für den Sommer die Aufnahme einer weiteren EP und den Release dann Mitte Herbst. Kürzlich haben wir unser Live-Debüt gegeben und werden in der ersten Jahreshälfte einige Gigs im Umkreis von 200 km spielen. Zusätzlich werden wir noch weiter die aktuelle EP promoten, um möglichst viele Leute zu erreichen und bestenfalls begeistern zu können. Die EP steht übrigens zum Anhören und freien Download auf www.facebook.com/momentofdetonation bereit. Dort sind auch alle Live-Dates sowie weiteren Aktivitäten zu finden und die Möglichkeit auch das Digipak günstig zu bestellen. Über das erste Album werden wir uns dann 2014 Gedanken machen.«