Online-MegazineInterview

ATOMWINTER

Interview mit der Demoband des Monats 02/13

ATOMWINTER

Wer schon immer eine Schwäche für Bands wie Asphyx, Bolt Thrower oder Celtic Frost hatte, kommt an ATOMWINTER nicht vorbei. Bei uns wurden die Göttinger mit ihrem selbstproduzierten Album „Atomic Death Metal“ zur „Demoband des Monats“ in Ausgabe 309 gekürt. Grund genug, mal bei Gitarrist Benni ein paar Antworten über Einflüsse, Charakter und Zukunftspläne der Band einzuholen.

Benni, stelle ATOMWINTER unseren Lesern bitte kurz vor und beschreibe die wichtigsten Stationen eurer Bandgeschichte!

»ATOMWINTER wurde 2009 von Christopher (Gesang) und mir gegründet. Der Name fiel eigentlich einem Kumpel von uns ein, aber wir fanden ihn so geil, dass er ihn uns leider überlassen musste! Zusammen mit unserem damaligen Drummer Stefan nahmen wir 2010 unsere Demo-EP auf. Ich spielte alle Gitarrenspuren ein und unser heutiger Gitarrist Norbert steuerte den Bass bei und half uns auch bei den Aufnahmen. Da wir die vier Songs in zwei Tagen einholzten, bekam das Ding genau den Old-School-Touch, den wir mögen. Das Demo sorgte schnell für Aufsehen in unserem Umfeld, und so bekamen wir bald die ersten Angebote für regionale Gigs. Mit Martin am Bass war das Line-up auch bald komplett und wir waren für die Live-Schlacht gewappnet. Den einzigen Besetzungswechsel gab es 2011 an den Drums. Stefan musste aus Zeitmangel die Band verlassen und übergab den Drumhocker an Patrick. Es folgten mehrere Gigs in ganz Deutschland mit Ophis, Obscure Infinity, Protector, Defloration und anderen geilen Bands. Nebenbei schrieben wir fleißig neue Songs und konnten schließlich Anfang 2012 unseren ersten Longplayer „Atomic Death Metal“ aufnehmen, der am 14.02.2013 offiziell über Black Skull Rec. veröffentlicht wird.«

Wer sind eure zentralen Einflüsse? Ich meine vor allem in den Gitarren Celtic Frost zu hören, aber auch Asphyx.

»Danke für die Blumen! Beim Songwriting denken wir nie daran zu klingen wie irgendeine andere Band. Wahrscheinlich liegt es daran, dass jeder von uns sehr viel Musik hört, und diese Einflüsse tauchen dann unbewusst in unseren Songs auf. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf den Bands der alten Schule wie zum Beispiel Bolt Thrower, Benediction oder Grave. Mit der dazugehörigen Portion Doom und Thrash gemischt, ergibt das den typischen Atomwinter-Sound!«

Ihr spielt sehr viel midtempolastigen Death Metal. Ist das auch eine bewusste Abgrenzung gegenüber dem zeitweise auftretendem „Schneller, höher, härter“-Trend?

»Wir spielen den Death Metal, den wir selbst gerne hören! Ein wichtiger Faktor ist, dass wir Parts in unseren Songs haben, die wir bei anderen Old-School-Bands vermissen. Jeder kennt doch das Gefühl: Du stehst vor der Bühne und ziehst dir eine richtig geile Death-Metal-Band rein. Du headbangst wie verrückt, aber plötzlich kommt ein Taktwechsel oder irgend ein irres Break. Das bringt dich dann aus dem Gleichgewicht. Wir sind uns hingegen nicht zu schade, einen bestimmten Part auch mal bis zum Erbrechen auszuloten. Und es ist nicht unbedingt einfach, Midtempo-Songs genau auf den Punkt zu spielen.«

Wie entstehen eure Songs? Seid ihr eine Jam-Band, oder arbeitet einer von euch Songs aus?

»Musikalische Egotrips gibt es bei uns nicht! Jeder hat mal eine Idee oder ein Riff, aber die Songs werden dann zusammen im Proberaum ausgearbeitet. Das gestaltet sich nicht immer einfach, da die Meinungen darüber, wie ein richtiger ATOMWINTER-Song zu klingen hat, auseinander gehen. Am Ende kommen wir aber immer auf einen Nenner. Wir merken selbst, dass wir uns immer besser aufeinander einspielen und schließlich sind wir keine blutigen Anfänger mehr. Das Texten überlassen wir allerdings ausnahmslos unserem Sänger Christopher. Da hat er ein Händchen für.«

Wie wichtig sind bei euch die Texte?

»Die Texte sollen die Wirkung unserer Songs verstärken, von politischen, satanistischen oder anti-sonstwas Statements halten wir nichts! Genauso wie die Musik sind Christophers Texte tief in den Neunzigern verwurzelt. Es sind kleine Geschichten über Krieg, Gewalt, Tod und Verderben. Das sollte für ein zünftiges Textkonzept reichen!«

Das Cover von „Atomic Death Metal“ sieht wie eine Parodie auf diese typischen US-Waffenwerbungen aus...

»Hey, cooler Gedanke! Allerdings sieht die Entstehungsgeschichte des Covers etwas anders aus. Wir wollten unbedingt ein Cover, welches unsere Musik visuell unterstützt. Es sollte handgezeichnet sein und dieses morbide Old-School-Flair aus den Neunzigern verbreiten. Mir schwirrte schon länger der Begriff "Panzerhexe" im Hirn umher, wovon meine Bandkollegen erstmal nicht sehr begeistert waren. Ich rief trotzdem spaßeshalber einen befreundeten Hamburger Künstler an und sagte: "Zeichne mir mal eine richtig geile Panzerhexe". Der Typ war sofort angefixt von der Idee, und sein Motiv übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Somit stand das finale Layout fest, und wir werden auch in Zukunft weiter mit der "Panzerhexe" arbeiten!«

Ihr seid als Death-Metal-Band der Exot im Pagan/Black-Metal-lastigen Programm von Black Skull Records. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

»Wir haben "Atomic Death Metal" als Promo/Eigenproduktion an diverse Labels, Magazine etc. geschickt. Die Reaktionen waren überwiegend positiv und irgendwann kamen die Black-Skull-Jungs auf uns zu. Sie hörten unsere Scheibe auf dem Weg zu einem Metal-Festival in ihrem Bus und waren sofort von der Old-School-Attitüde ATOMWINTERs begeistert. Nach einigen Telefonaten und Mails gab es dann ein persönliches Treffen mit den Jungs bei uns in Göttingen. Bei einem ausführlichen Gespräch und ein paar Bierchen besiegelten wir dann die Zusammenarbeit und glücklicherweise konnten sie uns am Abend auch noch live on stage erleben. Besser geht's doch nicht! Da sie ja mit ihrem Hauptlabel Trollzorn viele Pagan/Folkmetal-Bands unter Vertrag haben, bieten sie mit Black Skull Rec. eine perfekte Plattform für die "härtere" Gangart. So exotisch ist es also gar nicht!«

Hatten Black Skull bereits Einfluss auf „Atomic Death Metal“?

»Nein! Die Scheibe war komplett fertig produziert und gemastert, und sie war ja auch schon ein paar Monate als Promo-CD unterwegs.«

Bei Livebildern von euch fallen der Firebird-Bass und die Mastercaster (ist doch eine, oder?) auf. Spielt ihr solche im Death Metal eher unüblichen Instrumente wegen dem Spielgefühl, Klang oder der Optik?

»Ich denke da kommen viele Faktoren zusammen! Norbert ist genauso wie ich ein absoluter Gitarrenfreak. Er schraubt sich gern eigene Modelle zusammen und ist irgendwann bei seiner Strat hängen geblieben. Es handelt sich hier also nicht um eine "Mastercaster" sondern um eine Custom Powerstrat mit Reversed Headstock und einem schicken Invader Pickup (hätte ich erkennen müssen, mein Fehler - fp). Und bei Martins Thunderbird Bass ist lediglich die Form old school. Ansonsten entspricht er dem neuesten Stand der Technik. Jeder spielt das Instrument, mit dem er am Besten klar kommt und mit dem er sich wohlfühlt! Für uns gibt es keine genretypischen Gitarren!«

In den letzten paar Jahren hat sich das Klima für Death Metal stark verbessert und es sind viele neue Bands aufgetaucht. Hört ihr euch auch neue Bands an? Wenn ja, welche sind euch bisher positiv aufgefallen?

»Uns gefällt diese Entwicklung natürlich sehr, denn somit haben wir immer Frischfleisch auf dem Plattenteller. Allerdings verliert man heutzutage auch sehr schnell den Überblick über alle neuen Veröffentlichungen. Am Ende bleibst du doch wieder bei den Urvätern hängen. Man denke mal an die aktuellen Ergüsse von Asphyx oder Grave!«

Wo seht ihr ATOMWINTER in zehn Jahren?

»Wir freuen uns sehr über die zukünftige Zusammenarbeit mit Black Skull Rec. und sind gespannt was noch auf uns zukommt. Das letzte Jahr verlief total geil für uns. Wir haben Gigs in ganz Deutschland gespielt und die Reaktionen waren immer positiv. Das wollen wir in Zukunft auch über die Grenzen Deutschlands ausweiten und da müssen dann auch ein paar Festivalshows dabei sein!«

 

www.facebook.com/atomwinter

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