Online-MegazineInterview

KOJ

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 01/18

KOJ

KOJ aus Münster haben es in das Rock Hard Nummer 368 als Tipp des Monats unter den Eigenproduktionen geschafft. Münster - Allwetterzoo, Fahrräder, Studentenstadt, plattes Land. Wie stellen wir uns jetzt eine Band wie KOJ vor? Und was macht sie im Metal-lastigen Rock-Hard-Magazin zum Tipp des Monats Marke DIY? Drummer Nils gibt Auskunft.

Hallo Nils! Die erste Frage ist meist die nach dem Bandnamen. Wie sieht es da bei euch aus, gibt es eine Erklärung?



»Der Bandname bedeutet uns allen sehr viel. Wir waren in einer Umstrukturierung unserer Konstellation und wollten in eine andere Richtung gehen was Sound und Style angeht. KOJ als Wort hat an sich keine Bedeutung. Es geht uns darum, Assoziationen zu erzeugen. Was den meisten Leuten zuerst einfällt, ist den Bandnamen in Verbindung mit dem Koi-Karpfen zu bringen. Unsere Vorstellungen gehen dabei darüber hinaus. Wir verbinden damit eine düstere, teilweise auch einschüchternde Stimmung, so als würde man sich unter Wasser befinden. Das Gute ist, dass jeder seine eigene Vorstellung dazu erzeugt. Das verhilft auch dazu, als Hörer kreativ zu werden und vielleicht gerade auch nicht zu wissen, was für ein Sound einen erwartet.«



Möchtet ihr noch etwas aus der Bandgründungszeit erzählen und wie es zu eurer Trio-Formation gekommen ist?



»Die Gründung der Band KOJ blickt auf diverse vorangegangene Projekte zurück.
Mein Bruder Simon (keys) und ich spielen seit ca. 13 Jahren zusammen. Alina (v./g.) stieß dann vor ca. neun Jahren zu uns, damals noch in einer Vierer-Konstellation. Nach Start des Projektes KOJ waren wir dann zunächst als Trio unterwegs, danach einige Zeit wieder zu viert. Wie auch immer, es gab immer Bewegung in den letzten Jahren. Den Kern haben wir aber immer als Trio gebildet. Da wir jetzt seit gut einem Jahr alle den gleichen Nachnamen tragen, wird sich daran gar nichts mehr ändern. Zum Album AWHIG haben wir uns als Trio so intensiv wie nie zuvor zusammengesetzt und Songs geschrieben.«



Die Eigenbezeichnung eurer Musik-Schublade lautet „Deep Dark Indie“. Was verbirgt sich dahinter, warum nicht z.B. „Dark Elektro Pop“? Wollt ihr euch bewusst keinem Genre anschließen?




»Ja, das haben wir mehr oder weniger bewusst getan. Es wird häufig verlangt, seine Musik in ein Genre einzuordnen, was ja z.B. für Hörer auch seine Vorteile hat. Wir haben aber immer das Gefühl gehabt, uns irgendwo reinquetschen zu müssen. Daher sind wir darauf gekommen, das Ganze als „Deep Dark Indie“ zu beschreiben. Wer sich unsere Platte anhört, tut sich mit Sicherheit auch schwer, das Ganze in ein Genre einzuordnen. Es sind so viele Einflüsse aus den unterschiedlichsten Richtungen, Rock, Pop, Elektro aber auch progressive Parts. So sind wir damit happy. Wenn jemand es für sich anders einordnen möchte, ist das auch verständlich. Wir legen auf diese Einteilung keinen großen Wert.«



Woher bezieht ihr die Inspiration für eure Musik? Habt ihr Vorbilder?



»Natürlich zieht man das meiste seiner Inspiration aus der Musik, die man hört. Im Mittelpunkt steht für uns aber immer, beim Hörer ein Gefühl zu erzeugen. Im besten Fall das Gefühl, welches wir zum Ausdruck bringen möchten. Daher sind natürlich auch die Stimmungen, die wir mitbringen, wichtige Inspirationsquellen. Uns ist wichtig, die Musik nicht als verkopftes Handwerk zu verstehen, sondern als Medium, welches den Moment festhält.«



Und wie sieht euer persönlicher Musikgeschmack aus? Was liegt momentan auf den Plattentellern?



»Puuuhh, soo viel. Es ist immer witzig, wenn wir uns darüber austauschen, welche neuen, geilen Sachen man so entdeckt hat. Das fängt bei Soul, Pop, HipHop an und endet im heftigsten Metal. Zur Zeit läuft das neue Puscifer-Album bei mir rauf und runter.«



Verwendet ihr die Technik mit zwei Mikrofonen auch auf der Bühne, so wie es im Video zu 'Black Night (Glow Session)' zu sehen ist?



»Ja, ein sehr wichtiges Element unseres Sounds. Alina experimentiert viel mit Gesangsloops, sowie diversen Effekten. Es hat den Vorteil, dem Sound spezielle Elemente zu verleihen. Wir versuchen als Trio eine möglichst breite und sich ändernde Sound-Range zu erzeugen. So ist live auch jeder zum Multitasking verpflichtet.«







"All We Have Is Gold" ist der Tipp des Monats im Rock Hard 368. Wie habt ihr darauf reagiert?



»Das ist der Hammer. Als wir die Nachricht erhalten haben, hat uns das unglaublich stolz gemacht. Wir machen die Musik natürlich auch für uns, weil wir uns damit gut fühlen. Doch ist das alles nur halb so viel wert, wenn es nicht die Leute erreicht, die es potentiell auch geil finden könnten. Das ist dann schon eine Ehre, wenn man von euch mit dem „Tipp des Monats“ ausgezeichnet wird. Tausend Dank dafür!«



Dann widmen wir uns jetzt noch ein paar Fragen zum Album. Hier geht es ja um Eigenproduktion. Wie habt ihr "All We Have Is Gold" aufgenommen?



»Wir haben uns ohne Ende Recording-Equipment bei Freunden und Bekannten geliehen und haben es samt aller Instrumente und Zeug in unseren Caddy gequetscht (auch ein Vorteil, wenn man nur zu dritt ist). Damit fuhren wir dann für neun Tage nach Dänemark, wo wir uns ein Holzhaus mitten im Wald gemietet hatten. Ein großer Raum wurde dann zum Studio umgebaut. Der große Vorteil den wir hatten war der, sich ohne irgendeine Ablenkung ausschließlich der Musik hingeben zu können. Fast alle Songs wurden erst in den neun Tagen von uns fertig geschrieben. So konnte man diese Abgeschiedenheit und Ruhe natürlich auch als Inspirationsquelle nutzen (auch wenn das jetzt sehr Künstlerklischee-mäßig klingt). Nach einigen Tagen war man dann völlig abgetaucht und fokussiert. Wir beschlossen nach den erfolgreichen Songwritingprozessen, die ganze Scheibe auch live einzuspielen. Es war uns einfach so wichtig, diese Stimmung, das Zusammenspielen, den Spirit einzufangen und aufzunehmen. Dabei haben wir dann auch auf kleine technische Verspieler keine Rücksicht genommen. Hauptsache es klingt zusammen rund und schlüssig. Für uns die beste Erfahrung die wir musikalisch erlebt haben!«



Werdet ihr auf "All We Have Is Gold"- Tour gehen? Bisher seid ihr ca. einmal im Monat aufgetreten.



»Eine typische Albumtour werden wir so nicht spielen. Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil unsere Musik erstmal den Hörer finden muss. In Moment befinden wir uns in einer Phase, in der eine typische Tour für uns keinen Sinn ergibt. Wir drehen aber gerade schon an einigen Schrauben, dass wir nächstes Jahr wieder um einiges mehr spielen. Wir haben so Bock, unsere Musik zu teilen!«



Wird es eine Vinyl-Pressung des Albums geben?



»Oh ja! Es ist nur noch nicht ganz klar wann. Anfang nächsten Jahres bestimmt«



Von wem stammt das Cover-Artwork und was hat es damit auf sich?



»Die Entstehung ist eher wenig romantisch. Es handelt sich um den Künstler Dann K. Miller. Simon ist übers Internet auf seine Werke aufmerksam geworden. Da wir Gott sei Dank im 21. Jahrhundert leben, war die Kontaktaufnahme nicht schwer, trotz seines Wohnortes in Texas. Dann K. Miller macht ausschließlich „Analog-Collagen“. Alles was man sieht, war mal in irgendeiner Zeitschrift oder Ähnlichem, und wurde dann feinsäuberlich ausgeschnitten und zu einem Kunstwerk zusammengeklebt. Unser Cover ist uns in seinem Sammelsurium direkt aufgefallen. Vor allem dieser riesige Kristall, der im übertragenden Sinne unser Gold aus dem Albumtitel symbolisiert. Wir finden das Ding so stark und für sich sprechend, dass wir auch auf jegliche Schrift und Symbole auf dem Cover verzichtet haben.«





Eure Pläne für die Zukunft, wenn ihr drei Wünsche frei hättet?



    1.    Auf dem Haldern POP spielen

    2.    Album aufnehmen

    3.    Genießen




Vielen Dank an KOJ und Niels für das ausführliche und spannende Interview!

 

www.kojband.com

www.facebook.com/kojband

 

Pic: Carsten Richter

 
 

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