Online-MegazineInterview

SAVIOURS

Geile Riffs statt große Refrains

SAVIOURS

Gute vier Jahre haben SAVIOURS sich Zeit gelassen, aber seit Oktober steht die neue Platte “Palace Of Vision” in den Läden. Da es außerdem im Februar und März auf Europa-Tour geht, haben wir uns Drummer Scott Batiste geschnappt, um mit ihm unter anderem zu klären, was es mit dem “Palace Of Vision” auf sich hat und warum er meint, dass unser Holger ein Hippie ist.

Ihr kommt von der US-Westküste und betont eure Herkunft in eurer Presse-Promo. Wie sehr inspiriert euch eure Heimat?

»Ich glaube, dass der Einfluss sehr groß ist, da wir hier aufgewachsen sind. Viele Einflüsse aus der Gegend sind sehr offensichtlich, wie zum Beispiel der Bay-Area-Thrash. Aber auch Punk- und Metal-Bands aus dem Underground wie Neurosis oder Sleep sowie neuere Truppen wie High On Fire, Drunk Horse, Asunder, Stormcrow oder Talk Is Poison sind eine Inspiration für uns. Generell war die Bay Area in den Neunzigern und frühen 2000ern ein schwieriger und dunkler Ort zum Leben, es gab hier einfach einen negativen, dreckigen Vibe. Ich weiß nicht, wie es sein würde, wenn wir diesen Hintergrund nicht hätten. Die meisten von uns leben mittlerweile in Los Angeles, da die Technik-Industrie alle Kreativen aus der Bay Area getrieben hat, die nicht gerade 100.000 Dollar im Jahr verdienen oder durch Mieterschutz noch eine bezahlbare Wohnung haben.«



Seit eurem letzten Album sind vier Jahre vergangen, so lange habt ihr noch nie für einen Longplayer gebraucht. Warum hat es so lange gedauert, die neue Platte zu produzieren?

»Einige von uns sind nach Los Angeles gezogen, andere waren mit anderen Bands wie zum Beispiel Necrot, Obliterations und Green & Wood beschäftigt. Außerdem haben wir uns auch die Zeit genommen, um unser Leben nach acht Jahren konstanten Tourneen und Studioaufenthalten wieder auf die Reihe zu kriegen.«

Ich stehe wirklich auf den Sound von „Palace Of Vision“, weil er so viel kraftvoller ist als eure letzten Alben ausfällt. Was habt ihr verändert?



»Billy Anderson (u.a. Basser bei den Melvins und ehemaliger Produzent von Neurosis - mab) hat das Album aufgenommen und sein Sound ist moderner als der, den wir vorher hatten. Unser letztes Album sollte eher wie „Bomber“ oder „Iron Fist“ klingen, und jetzt war es an der Zeit, mal etwas anderes zu probieren, was wir nicht bereuen.«



In unserem Review kritisiert Holger, dass eure Songs weder einen großen Chorus noch Jams beinhalten. Was macht einen guten Song für euch aus? Was ist euch am wichtigsten?



»Ist es wirklich das, was die Leute wollen? Große Refrains und Jam-Sessions? Das ist für mich das Letzte, was ich hören möchte, den Scheiß schalte ich nach 30 Sekunden ab. Euer Kritiker klingt wie ein verdammter Hippie! Unser Ziel ist es, geile Riffs und mitreißende Soli zu schreiben, und alles andere kann sich verpissen.«



Lass uns über das neue Album sprechen. Was ist der „Palace Of Vision“?


»Der „Palace Of Vision“ ist das Gefühl, wenn du so sehr auf Koks, Speed und Alkohol bist, dass du halluzinierst.«

Okay. Wenn ich das richtig verstanden habe, behandeln eure Texte die Hölle, Satan und generell die „schlechte Seite“. Gibt es dafür einen speziellen Grund? Hattet ihr ein Konzept?

»Wir hatten kein Konzept. Das ist einfach die Welt, in der wir leben, und auch die gleichen Themen, über die wir seit fünf Alben sprechen. Es scheint einfach, dass die „gute Seite“ schon lange tot ist. Jeder, der was anderes denkt, ist naiv und sollte seine Augen öffnen. Diese Welt ist im Arsch, und es wird nicht besser. Jeder sollte einfach Acid nehmen und direkt zur Hölle fahren!«



Im Song 'Devil's Crown' benutzt ihr diverse „Space-Geräusche“. Was für einen Grund gibt es dafür? Der Text hat ja eher nichts mit dem Weltraum zu tun.

»Diese Geräusche werden von unserem inoffiziellen fünften Bandmitglied Ben Teeter auf einem modularen Synthesizer gemacht. Das musst du dir live angucken, er tourt jetzt schon seit fünf Jahren mit uns. Aber du hast Recht, der Song hat nichts mit dem Weltraum zu tun, er geht darum Satan zu preisen. Wir dachten einfach, dass es cool klingt. Muss in der Musik alles einen Grund haben? Für uns klang es einfach gut.«



Das Artwork zu „Palace Of Vision“ sieht schwer nach Death Metal aus. Kannst du ein bisschen was zur Idee hinter dem Cover erzählen?



»Es sieht halt wie ein Metal-Album aus. Ich verstehe nicht, wie Leute darauf kommen, dass es aussieht wie ein Death-Metal-Cover. Vielleicht, weil es so komplex gemalt ist? Ist das die Qualität von Death-Metal-Covern? Das Artwork stammt von unserem guten Freund und langjährigen Artwork-Künstler Derrick Snodgrass, dem wir unser „Konzept“ beziehungsweise den Titel erklärt haben. Wir meinten, er solle seine Vorstellung dieses „Palace Of Vision“ malen, und das Bild ist dabei herausgekommen. Das fanden wir ziemlich passend. Wir bevorzugen es, handgemalte Cover zu haben. Es gibt heutzutage so viel Computer-animierten Mist als Cover zu sehen, dass es schon peinlich ist. Jedenfalls wäre es mir peinlich, wenn wir ein Cover hätten, auf das eine Eule, ein paar Runen, eine tote Frau und ein Weltraumstrudel am Computer zusammengebastelt worden sind.«

 

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