Online-MegazineInterview

DVALIN

Der Zwerg muss an die Sonne

DVALIN

Dass Pagan Metal mit Mythologie-Bezug nicht zwangsläufig bierselige Schunkelmusik sein muss, zeigen DVALIN. Auf ihrem Debüt-Silberling „Aus dem Schatten“ haben sie aus melodischem Todesblei mit Prog-Einflüssen, Dudelsäcken und Keyboards einen stimmigen und spannenden Sound kreiert. Grund genug, mit Dudelsack-Spieler/Keyboarder Marcus Deschler unter anderem über Prog im Pagan Metal, große Epen und das „Skaldenfest“ zu sprechen.

Ihr bringt mit „Aus dem Schatten“ am 8. Januar euer Debüt raus, aber seid schon länger aktiv. Erzähl doch mal kurz, wie und warum ihr euch gegründet habt.

»Das kam bei uns alles sehr organisch zusammen. Wir kommen alle aus der Würzburger Umgebung und kannten uns größtenteils schon vor DVALIN untereinander. Irgendwann trafen wir uns dann mal in einem Keller, um gemeinsam Musik zu machen. Wir haben dann schnell erkannt, dass genug Potenzial für eigenes Material vorhanden ist und uns dazu entschlossen DVALIN ins Leben zu rufen.«  

Eure Musik erinnert mich an Truppen wie UNLEASHED oder OMNIUM GATHERUM, aber vor allem in den Instrumentalphasen auch an IN EXTREMO. Welche Einflüsse habt ihr sonst noch?

»Wie lang darf das Interview denn werden? (lacht) Spaß beiseite, da gibt es einfach zu viele Bands aus den verschiedensten Genres. Das erstreckt sich von Pagan/Folk Metal-Bands wie Eluveitie oder Finntroll über Black Metal-Bands wie Dornenreich oder Helrunar bis hin zu Prog-Legenden wie Dream Theater oder Opeth. Solange der fertige Song in sich stimmig ist, sind alle Einflüsse erlaubt.«

Euer Bandname ist DVALIN, ein Name der sowohl in der nordischen Mythologie als auch in „Herr der Ringe“ vorkommt. Welche der beiden Sagenwelten beeinflusst euch mehr?

»Ganz klar die nordische Mythologie. Dvalin ist der Name eines Zwergs, der sich und sein Volk nach Jahren des Lebens unter der Erde zum ersten Mal ans Tageslicht führt. Nach dieser Legende ist auch der Albumtitel „Aus dem Schatten“ benannt. Wir behandeln aber nicht nur mythologische Themen. In einigen Songs erzählen wir eigene Geschichten und verarbeiten eigene Gedanken und Gefühle.«

Wie erklärt ihr euch den Einfluss, den diese beiden Welten auf die Metalwelt haben?

»Sicher haben beide Welten einen Einfluss auf die Metalwelt, auch über den Pagan/Folk-Metal hinaus. Ein gigantischer Epos, abenteuerliche Heldengeschichten oder epische Schlachten üben verständlicherweise eine große Faszination sowohl auf Bands wie auch auf viele Fans aus und bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, diese zu vertonen.«

Kommen wir zum Album. „Aus dem Schatten“ ist eine runde, stimmige Scheibe geworden. Hattet ihr eine Leitidee, als ihr die Songs geschrieben habt, oder steht jeder Titel für sich selbst?

»„Aus dem Schatten“ ist kein Konzeptalbum. Grundsätzlich steht jeder Song für sich selbst, wobei einige Songs musikalisch ineinander übergehen. Der Instrumental-Track 'Ostara' handelt von einem heidnischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest und symbolisiert eine Art Neubeginn nach der Leere, die durch 'Schöpfer des Nichts' entstanden ist. Diese Abfolge ist natürlich bewusst gewählt.«



Im Song 'Schöpfer des Nichts' beschreibt ihr jemanden, der alles Leben auslöschen will. Wofür steht dieser Hass auf alles fröhliche, lebendige?

»'Schöpfer des Nichts' ist eine Reise in die düsteren Winkel des menschlichen Verstands, geprägt von unserer modernen und schnelllebigen Welt. Einer Welt, in der der Mensch funktionieren muss und in der für Emotionen immer weniger Platz ist. Die Figur in diesem Song symbolisiert die zunehmende Abwesenheit und Abstumpfung gegenüber diesen Emotionen, die menschlichen Abgründe und den eigenen innerlichen Verfall der in dem Wunsch gipfelt, alles Leben auf der Erde auszulöschen.«

Was für eine Geschichte erzählen die 'Omen'-Songs?

»'Omen Part I' handelt von einer Figur, die völlig desorientiert und verwirrt an einem ihr fremden Ort aufwacht. Aus einem dichten Nebelschleier erscheint eine geheimnisvolle Gestalt, die großes Unheil verkündet. Diese Prophezeiung bewahrheitet sich dann in 'Omen Part II'. Ein verheerender Krieg bricht über das Land und läutet eine düstere Zeit ein. Doch durch den gemeinsamen Kampf und starken Zusammenhalt kann der Feind bezwungen werden und Frieden kehrt wieder ein. Ein Aufruf zu Brüderlichkeit und Zusammenhalt in schweren Zeiten.«

Gerade in 'Omen I' und 'Skaldenfest' lasst ihr auch eure progressive Seite raus. Wie viel Prog verträgt ein guter Pagan-Metal-Song?

»Dafür gibt es keine Faustformel. Progressivität kann auf vielfältige Weise Einzug in die Musik halten, sei es über krumme Takte, abwechslungsreiche Songstrukturen oder das komplette Konzept bzw. die Thematik eines Songs oder Albums. Das Wichtigste für uns ist dabei immer, dass die Songs in sich stimmig sind. Wenn man krampfhaft versucht Prog-Elemente in einen Song zu stopfen, wirkt das oft gekünstelt und nicht authentisch. Das ist manchmal ein Balanceakt, aber es macht unheimlich Spaß, Songs zu kreieren, die auch nach mehrmaligem Hören noch Überraschungen bereithalten.«

Mit dem „Skaldenfest“ habt ihr ja auch euer eigenes Festival. Was ist die Idee dahinter?

»Im Würzburger Raum ist Pagan/Folk Metal ziemlich rar gesät. Mit dem Skaldenfest wollen wir den Anhängern dieser Genres ein Event bieten, bei dem sie jährlich auf Ihre Kosten kommen. Uns ist es auch wichtig, anderen Bands aus der Szene die Möglichkeit zu geben in neuer Umgebung Konzerte zu ermöglichen und neue Fans zu gewinnen. Die erste Ausgabe des Skaldenfests hat sehr großen Anklang gefunden und uns durchweg positive Resonanzen eingebracht. Als „Festival“ würden wir das Skaldenfest jedoch nicht bezeichnen, sondern eher als Konzertreihe.«

Könnt ihr schon Details verraten, was das zweite Skaldenfest angeht?

»Genaue Details können wir leider noch nicht verraten. Die erste Ausgabe fand Anfang Juli 2015 bei sengender Hitze statt. Um ein angenehmeres Klima zu gewährleisten und den Festivalkalender des ein oder anderen zu entlasten, steht momentan die Überlegung im Raum, das Skaldenfest II etwas nach hinten zu verschieben. Bandbestätigungen und den endgültigen Termin wir man auf jeden Fall zuerst auf der Facebook Seite des Skaldenfests und auf der DVALIN-Homepage erfahren. Wir arbeiten auf jeden Fall wieder an einem hochwertigen Line-up, um allen Fans einen geilen Pagan/Folk-Metal Abend zu bescheren!«

 

www.dvalin-band.com
www.facebook.com/DvalinPagan

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

ANNIHILATOR + BEHEMOTH + BLACK MESSIAH + BRAINSTORM + DELAIN + EISREGEN + FINNTROLL + KATAKLYSM + KISSIN' DYNAMITE + KORPIKLAANI + u.v.m.08.07.2016
bis
10.07.2016
GeiselwindOUT & LOUD FESTIVALTickets
DUST BOLT + WARFIELD + FUCK YOU AND DIE + DVALIN + DIEVERSITY + ERADICATOR + DEW-SCENTED + DEFUSE MY HATE + ROGASH + TURN THE COURSE + u.v.m.02.09.2016
bis
03.09.2016
KleinwenkheimBONEBREAKER FESTIVALTickets